MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erich und Erna Fischer

„Wir schaffen das“

Erich und Erna Fischer

Presser
Facharbeiterin für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft
Zum Dorfteich 11
04769 Mügeln OT Querbitzsch

Erich und Erna Fischer sind seit 1957 verheiratet. Die 1962 geborene Tochter Petra ist Chefsekretärin und hat zwei Söhne, die fünf Jahre später geborene Schwester Grit hat als Schwester bei einem Zahnarzt gearbeitet, hat eine Tochter und ist jetzt berentet. Erich Fischer wird 1932 geboren und wächst mit zwei Geschwistern auf. Die Eltern arbeiten in der Landwirtschaft, er selbst muss schon sehr früh mit anpacken und arbeitet nach der Schule ab 1946 bei einem Bauern. Ab 1951 arbeitet Erich Fischer auf dem Bau und im Steinbruch, im Februar 1958 fängt er im Kaolinwerk in Kemmlitz gleich mit der Nachtschicht an. Rund 35 Jahre arbeitet er über Tage beim Abbau von Kaolin, der unter anderem ein Rohstoff für das berühmte Meißener Porzellan ist. Von den 35 Jahren arbeitet Erich Fischer 20 in der Presserei, wo die schwerste und schmutzigste Arbeit verrichtet wird. Dafür erhält er später den Facharbeiterbrief. Im Jahr 1992 muss der Presser in den Ruhestand gehen und bekommt für eine jahrzehntelange Schinderei eine Abfindung von ganzen 2000 D-Mark. Erna Fischer kommt 1934 in Kleinpilsen zur Welt, die Mutter stirbt, als sie drei Jahre alt ist. Der Vater ist in der Landwirtschaft tätig und heiratet noch einmal, sie lernt jetzt buchstäblich die „böse Stiefmutter“ aus dem Märchen kennen. Der Vater stellt später „Hulzschuhe“ her, wird später Presser und stirbt 1945 genau in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember, dem Heiligen Abend. Dann stirbt im Februar 1946 der Großvater und ein Jahr später auch noch die Großmutter. Erna Fischer ist nun völlig auf sich allein gestellt und schwört sich in dieser Zeit, im Leben niemals zu kapitulieren. Als sie 1954 nach Querbitzsch kommt, rät ihr der dortige Lehrer, etwas zu lernen, sie übernimmt den so genannten „Erntekindergarten“, der die Kinder während der Ernte betreut, später wechselt sie bis 1962 in einen Ganztagskindergarten. Nach der Geburt ihrer Kinder nimmt Erna Fischer eine Stelle als Kassiererin bei der Versicherung an, die ihr Spielraum für deren Erziehung lässt. Außerdem kümmert sie sich um den Haushalt, ist im Haushalt tätig und kümmert sich um das Vieh und das Feld. Im Jahr 1965 kaufen sich die Fischers ihr Haus, dass sie von Grund auf sanieren müssen, Erna Fischer erinnert sich noch gut, was es für einen Aufwand gekostet hat, einen Sack Zement zu bekommen. Durch eine nicht ausgeheilte Grippe und eine Tuberkulose, die von den Ärzten lange Zeit übersehen wird, fällt sie fast zwei Jahre aus und kann erst 1973 wieder mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten den Einstieg in das Erwerbsleben wagen. Ab 1977 arbeitet Erna Fischer in einem Lagerhaus für Obst und holt nach Feierabend ihren Abschluss als Kauffrau für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft nach. Im Herbst 1990 geht sie in den Vorruhestand, seit 1994 ist sie Rentnerin. Die Fischers wollen ihr Leben auch künftig vor allem bei guter geistiger und körperlicher Gesundheit genießen.
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