MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Horst Fiedler

Das Streben nach Bildung

Horst Fiedler

Ingenieur für Schmiede- und Presstechnik
Karl-Marx-Str. 4
04741 Roßwein

Horst Fiedler wurde am 17.01.1933 in Bobersen geboren. 1939, zur Zeit seiner Einschulung, brach der Krieg aus. Vordergründig galt es zu überleben und mit der Mutter Holz zu sammeln, um heizen zu können. Die in Dresden lebenden Großeltern wurden von der enormen Zerstörung der Stadt heimgesucht und um sich Gedanken über Zukunftsperspektiven zu machen, blieb keine Zeit. 1947 war die Schule beendet. Horst Fiedler beabsichtigte, eine Lehre beim Stahl- und Walzwerk Riesa zu absolvieren, doch durch die russische Besatzung wurde der Betrieb abgebaut. Für Jugendliche gab es dort keine Arbeit. Eine zweite Absage erhielt er aus Nünchritz. Horst Fiedler vergleicht die damalige Situation mit der heutigen, wo es vielen Jugendlichen ebenfalls schwer fällt, eine geeignete Lehrstelle zu finden. Sein Vater wurde vom Stahlwerk zum Eisenhüttenwerk Thale delegiert. Dort unterzog sich der Sohn seiner Aufnahmeprüfung, bestand sie mit Bravour und wurde am 01.09.1947 Lehrling in der Lehrwerkstatt. Ein Platz in der Werkzeugmacherei, den er gern gehabt hätte, war leider nicht zu bekommen, doch seine Dreherlehre beendete er 1950 erfolgreich. Anschließend beschäftigte man ihn dann doch in der Werkzeugmacherei Hüttenwerke Thale. Wenn der Stundenlohn auch nur 1,23 Mark betrug, war es ihm endlich möglich, seine Familie finanziell unterstützen zu können. Doch aus tiefstem Inneren strebte Horst Fiedler einen höheren Bildungsweg an. Nach Bewerbung an der Hochschule Otto-von-Guericke in Magdeburg erhielt er einen positiven Bescheid. Zeitgleich bekam sein Betrieb in Thale die Aufforderung der Partei, 10 junge Freunde nach Riesa zu delegieren. Ein paar innerbetriebliche Vergünstigungen erleichterten die Entscheidung. 1953 begann Horst Fiedler sein Lehrstudium an der Fachhochschule Riesa und beendete es 1956 als frisch gebackener Ingenieur für Schmiede- und Presstechnik. Anschließend begab er sich in die Schmiede-, Achsen- und Federwerke "Hermann Matern" Roßwein und zog parallel dazu in diese Stadt. Der junge Ingenieur wurde sofort Abteilungsleiter des Bereiches Schmiedekonstruktion und blieb bis zum Altersübergang 1991, auch als Dozent der Erwachsenenqualifizierung sowie mit zahlreichen Auszeichnungen überhäuft, auf dieser verantwortungsvollen Position. Horst Fiedler war bis zu deren Tod 53 Jahre mit seiner Rosa verheiratet, ist Vater seiner Tochter Ute, hat zwei Enkel sowie vier Urenkel und fühlt sich im Kreis seiner Familie aufgehoben und glücklich.
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