MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Renate Fiedler
Mit unverwüstlicher Freundlichkeit
Rentnerin
Schweizerberg 6
04741 Niederstriegis
In der Gemeinde Lausa, einst Ortsteil von Weixdorf, heute mit diesem nach Dresden eingemeindet, wurde Renate Fiedler 1925 geboren. Mit einer jüngeren Schwester wuchs sie als Tochter von Bankangestellten auf, besuchte die Grundschule in Lausa, die Mittelschule bis zur 10. Klasse 1944 in Dresden-Klotzsche. Die letzten Monate des Krieges erlebte die Familie in Eichwald (Dubi) im Nordböhmischen, Renate Fiedler wurde in der Milchkontrolle eingesetzt. Nach dem Krieg wurden sie als „Reichsdeutsche“ ausgewiesen, fanden bei der Großmutter in Weixdorf Aufnahme. Renate Fiedler half beim Bauern in der Landwirtschaft. Nach dem Umzug nach Etzdorf (bei Roßwein) fand sie Anstellung in einer Mosterei, doch fast ausschließlich mit dem Auswaschen der Flaschen beschäftigt, wurde ihr langweilig, bei einem Privatbauern wurde sie wieder in der Landwirtschaft tätig. Beim Tanz im Schweizerhaus im nahen Niederstriegis lernte sie ihren Mann Arthur kennen, Witwer, Vater von bereits vier Söhnen, fast dreißig Jahre älter, Holzschleifer in der Pappenfabrik. Renate Fiedler bereute ihre Entscheidung nie, 1950 wurde geheiratet, 1951 und 1955 kamen die beiden Söhne Bernhard und Arnd zur Welt, von denen inzwischen jeder wiederum je zwei Jungs zur Familienplanung beigesteuert hat. In der Sommersaison bot die Gemeinde einen Erntekindergarten für die Saisonarbeiterinnen. Hier fing Renate Fiedler, zunächst aushilfsweise, an, agierte mehrere Jahre, übernommen in feste Anstellung, als daraus ein Dauerkindergarten wurde. Als pädagogische Hilfskraft wechselte sie in den Betriebskindergarten des VEB Achsen-, Federn- und Schmiedewerke „Hermann Matern“ in Roßwein, konnte nun auch Lehrgänge besuchen, einen Abschluss als anerkannte Kindergärtnerin erwerben. Danach übernahm sie den Kindergarten Niederstriegis und bis zum Renteneintritt 1985 waren ganze Jahrgänge des Nachwuchses ihren sorgsamen Händen anvertraut. Mit ihrer fröhlichen, unverwüstlichen Art, immer ein Lächeln auf den Lippen und manchmal auch mit dem Schalk im Nacken war sie in der Familie, bei Nachbarn, Kollegen, Mitmenschen für ihre Vertrauenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft anerkannt. Viele Jahre waren die blühende Natur im Garten ihr Metier, gingen ihr Stricken und andere Hausarbeiten flott von der Hand.