MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günter Fischer

Trotz aller Schwierigkeiten immer Arbeit gefunden

Günter Fischer

Bergmann
01796 Pirna

Der Bergmann Günter Fischer wird im letzten Kriegsjahr 1945 im sächsischen Lichtenstein geboren und absolviert nach der Schule eine zweijährige Ausbildung zum Maschinenschlosser im Dieselmotorenwerk in Oberlungwitz. Er arbeitet nach bestandener Facharbeiterprüfung im Jahr 1963 kurzzeitig in seinem Beruf, doch der Verdienst stellt ihn nicht zufrieden. Er wechselt in den Steinkohlebergbau und arbeitet in einer dazu gehörigen Werkstatt über Tage in Zwickau. Den Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA) leistet Günter Fischer in einer Werkstatt für Kraftfahrzeuge ab. Nach der Entlassung arbeitet er ab 1967 als Hauer im Bergbau bei Wismut Aue. Im selben Jahr heiratet er seine Frau Renate. Im Jahr 1971 kommt die Tochter und 1975 der Sohn zur Welt. Inzwischen ist Günter Fischer Großvater von zwei Enkelkindern. Im Jahr 1969 zieht die Familie nach Pirna im Elbsandsteingebirge, weil sie hier eine Wohnung bekommen kann. Der Arbeitsplatz von Günter Fischer bei der SDAG Wismut in Königstein liegt nun unter Tage. Der Bergmann ist hier 24 Jahre tätig, zuletzt als Aktsteiger. Nach 25 Jahren Arbeitsjahren im Bergbau hätte er problemlos in den Ruhestand gehen können, doch inzwischen haben sich die wirtschaftlichen und politischen Strukturen im Land geändert. Günter Fischer schätzt an der DDR vor allem ihre sozialpolitischen Errungenschaften und an den neuen Verhältnissen die damit verbundene Reisefreiheit. Doch leider fehlt oft das Geld, um die ersehnten Traumziele auch wirklich erreichen zu können. Insgesamt schätzt er ein, dass sich vieles auch verschlechtert hat. Dabei denkt er vor allem an die exorbitanten Mietsteigerungen ab 1990. Zu DDR-Zeiten ist es kein Problem gewesen, einen Krippenplatz zu bekommen. Günter Fischer und seine Frau haben die gesellschaftlichen Umbrüche trotzdem relativ gut gemeistert. Er ist vor allem stolz darauf, dass er trotz vieler Schwierigkeiten nicht einen Tag arbeitslos gewesen ist. Nach dem Ausscheiden aus dem Bergmannsberuf arbeitet Günter Fischer ab 1992 drei Jahre als ungelernter Dachdecker und zwei Jahre bei der Bergsicherung in Freital. Beide Betriebe müssen Konkurs anmelden. Ab 1996 ist er als Zeitarbeiter an der Sanierung des Daches des Münchner Olympiastadions beteiligt, ab 1998 wechselt er zur Kranbaufirma Liebherr in Berlin. Zunächst ist er auch dort als Leiharbeiter tätig, doch schließlich gelingt es ihm, hier eine Festanstellung bis zum Jahr 2003 zu erhalten. Mit 63 Jahren geht Günter Fischer in die Altersteilzeit und zwei Jahre später in den wohlverdienten Ruhestand. Er schätzt den Zusammenhalt in der Familie und versteht sich nach wie vor sehr gut mit seiner Frau.
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