MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolfgang Fildebrandt
Der Tränen schämt er sich nicht
Schuhmacher und Industriemeister
Waldheimer Str. 59
04720 Döbeln
Fon: 03431 / 614338
Sich stets selbst motivierend und kämpfend, gibt es auch ein großes Vorbild in seinem Leben – Gustav Adolf Schur, genannt „Täve“, und Sportlegende der DDR..
Wolfgang Fildebrandt wurde am 29.10.1943 in Lenzen / Pommern geboren. 1945 vertrieben, verschlug es die Familie nahe Stralsund. Den Tod seiner Mutter musste er 1955 als Kind verwinden, wuchs vorerst beim Vater auf und kam später zu seinem Onkel nach Döbeln, wo er die achte Klasse abschloss.. Vater hatte zwischenzeitlich wieder geheiratet und Wolfgang Fildebrandt bekam eine Stiefmutter, welche herzensgut zu ihm war.
Ab 1958 absolvierte eine dreijährige Lehre zum Schuhmacher und genoss eine herausragend gute Ausbildung. 1962 trieb es ihn zur Marine und Wolfgang Fildebrandt erinnert sich schmunzelnd: „Ich wollte alle sieben Meere bereisen, erreichte jedoch schneller den Hafen der Ehe.“ Seine geliebte Bärbel – Gärtnerin und Floristin – heiratete er 1966. Sohn Ralf wurde geboren und Tochter Katrin folgte zwei Jahre später. Jedes Kind bekam zwei Söhne und somit bringen vier Enkel Freude ins Haus.
Viereinhalb bei der Marine verbrachte Jahre gehören mit zu den schönsten seines Lebens. Zu besonderen Höhepunkten sind die Flottenparade in Rostock-Warnemünde, vor allem aber der Besuch des Kosmonauten Waleri Bykowski zu zählen. Noch heute fährt Wolfgang Fildebrandt oft an die Ostsee und wenn ihm beim Erblicken des Meeres vor Rührung die Augen feucht werden, schämt er sich nicht seiner Tränen.
Zurück in Döbeln, wollte er zur Transportpolizei. Westverwandtschaft, die er nicht verleugnete, vereitelte dies. So begann er als Plastpresser im Drei-Schicht-System im Druckguss. Nachdem sich gesundheitliche Probleme einstellten, wechselte er im Druckguss in die Funktion des Kontrolleurs.
Die 10. Klasse holte er an der Abendschule nach, begann ein Studium und erhielt nach Unterbrechung durch einen Bandscheibenvorfall 1984 den Abschluss als Industriemeister.
Mit der Wende veränderten sich die Anforderungen. Auch ging das kollegiale Verhältnis verloren. 1993 schied der Meister aus dem Unternehmen aus, setzte den Weg in einer Auffanggesellschaft fort und qualifizierte sich auf vielerlei Ebenen.
Am 1. August 2000 landete er einen Glückstreffer, erhielt eine Stelle als Hausmeister beim Arbeitsamt, erlangte nochmals die ihm gebührende Anerkennung und ging 2008 in die Rente.
Natürlich beschäftigt er sich viel mit maritimen Themen. Nach häufig ertragenen Leiden hofft er auf eine stabile Gesundheit, ist aber sehr froh, mit Unterstützung seiner Familie immer wieder den Kopf hochgenommen zu haben.