MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karl Fiedler
Sein feuriges Blut ist zur Ruhe gekommen
Bauingenieur
07546 Gera
Er bevorzugt das Hantieren und Werkeln in Garten wie Keller und liebt es, sinnvollen Beschäftigung nachgehen zu können. Auch hat er eine Entscheidung getroffen, welche vieles vereinfacht: „Das Ärgern hab‘ ich mir abgewöhnt.“
Karl Fiedler wurde am 24.10.1934 in Gera geboren. 1949 beendete er die Schule, ergriff eine Lehre zum Zimmermann und besuchte, um Medizin zu studieren, fünfmal wöchentlich die Volkshochschule.
Doch das Schicksal hatte anderes mit ihm vor. Karl Fiedler schrieb Bewerbungen, erhielt positive Antwort von der Ingenieurschule Greiz und machte seinen Abschluss als Bauingenieur. Allerdings vergisst er eine Begebenheit nie. Ein Dozent stellte klar: „Einsen gibt’s bei mir nicht. Das wäre ja besser als das Wissen des Lehrers.“ Der junge Student nahm es gelassen.
Nun verbrachte er vier Wochen bei der Kasernierten Volkspolizei. Einst noch extrem aufmüpfig, wurde er in Unehren entlassen.
Nach kleiner Zwischenstation in anderen Firmen begann Karl Fiedler 1956 bei der Wasserwirtschaft. Eingesetzt auf unterschiedlichem Terrain, deckte er natürlich vordergründig den Baubereich ab. Doch auch Talsperren, Hochwasserschutz und vieles mehr fiel in seinen Aufgabenbereich. Darüber hinaus agierte er als Zugführer der Zivilverteidigung und ergänzt: „Dies gehörte damals einfach dazu.“
Mit der deutschen Vereinigung sollte Karl Fiedler nach Erhalt einer Abfindung den Betrieb verlassen. Dieses Angebot lehnte er ab und hatte Glück. Er durfte seinen Arbeitsplatz behalten und schied erst 1996 aus dem Unternehmen aus. Leider starb seine Frau gleichen Jahres.
Nachdem der schlimmste Schock überwunden war, traf ihn noch einmal die Liebe. Mit seiner Lebensgefährtin konnte der Alltag neu gestaltet werden.
Aufmüpfig ist er schon lange nicht mehr und sein feuriges Blut kam zur Ruhe. Der frühere Fußballer legte alle Prüfungen ab, trat 1972 der Jagdgesellschaft bei und erläutert als Jäger: „Auf der Jagd muss man ruhig sein.“ Seine Partnerin allerdings sprudelt noch immer über vor Temperament und das Paar ergänzt sich hervorragend. Darüber hinaus gilt sie als exzellente Köchin und bewirtet sie die Verwandtschaft ist das Urteil aller eindeutig: „Das Wildschwein (was sonst?) hat fantastisch geschmeckt.“
Der zweifache Vater und dreifache Großvater bereist mit seiner Liebsten gern die Nähe und Ferne. Und nach z. B. Amerika, Kanada und Südafrika soll für Karl Fiedler der Traum vom Reisen noch lange nicht ausgeträumt sein. Immerhin ist die Welt rund, bunt und unglaublich spannend.