MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karin Fiedler-Adler
Kinder sind etwas Wunderbares
04209 Leipzig Ringstraße 41
Eigentlich wollte Karin Fiedler-Alder, Jahrgang 1939, die Erweiterte Oberschule besuchen und Dolmetscherin werden, doch ließ die finanzielle Situation ihrer Familie in den unmittelbaren Nachkriegsjahren die Erfüllung dieses Wunsches nicht zu. Die gebürtige Leipzigerin studierte so zwischen 1953 und 1957 am Institut für Lehrerbildung N. K. Krupskaja und wurde Grundschullehrerin für alle Fächer. Sie hat diese Entscheidung nie bereut. Ihr ganzes Berufsleben verbrachte sie an Schulen in Leipzig, zunächst an der 11. Grundschule in Mockau, später, an der 18. POS in der Brandiser Straße. Nicht nur der Unterricht machte ihr großen Spaß, sie genoss es auch immer wieder mitzuerleben, wie sich jedes einzelne Kind entwickelt, seine Persönlichkeit und spezifischen Anlagen entfaltet. Kinder sind etwas Wunderbares, meint sie heute noch, man kann endlos über sie staunen, alles ist bei ihnen möglich. Als im Jahre 1972 ihr eigener Sohn, heute Diplominformatiker und ihr ganzer Stolz, geboren wurde, nahm sie sich gerade deshalb eine dreijährige Auszeit, um dieses Wunder am eignen Kind erfahren zu können. Von 1975 an kehrte sie dann, und zwar für 22 Jahre, wieder in den Schuldienst zurück. Nachdem 1997 der Ruhestand gekommen war, wagte Karin Fiedler Alder einen neuen Aufbruch. Mit ihrem zweiten Ehemann übersiedelte sie in den Schwarzwald, und versuchte in der für sie neuen Welt fußzufassen. Um den Kontakt zu Kindern nicht zu verlieren, gab sie auf selbständiger Basis Nachhilfeunterricht. Immer schon leidenschaftliche Camperin, bereiste sie jetzt von dort aus viele Länder. Nach fast zehn Jahren zog es sie dann doch wieder nach Leipzig, zu den zurückgelassenen Freunden. Sie lebt jetzt gerne in ihrer gepflegten Grünauer Wohnung, wo ihr lustiger kleiner Hund herumspringt, ihre fantasievollen Bastelarbeiten die Wände schmücken und eine Sammlung von Stofftieren die Tierliebhaberin umgeben. Wunschlos glücklich ist sie dort dennoch nicht. Es lebt in ihr eine große Sehnsucht nach ihrem in Berlin lebenden Sohn und dessen Familie. Noch ist es nicht klar, ob diese einmal nicht so übermächtig wird, dass sie noch dorthin aufbricht. Jedenfalls zieht es sie kräftig in die Nähe der Enkelkinder, um nun deren Entwicklung beobachten und bestaunen zu können. Denn Kinder sind ja tatsächlich immer wieder und immer von neuem etwas Wunderbares.