MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Eberhard Fichte

„Bei allem, was mit dem Herzen tut, braucht man keinen Helfer.“ (Fernöstliche Weisheit)

Eberhard Fichte

Facharbeiter Landwirtschaft
Übungsleiter Handball
Bergstr. 7
04736 Waldheim
Fon: 034327 / 93387

1930 in Dresden geboren, verlebte Eberhard Fichte seine Kindheit bis 1944 in dieser Stadt. Der Vater war im Krieg, die Stiefmutter ausgebombt und zu Verwandten in die Lausitz gezogen (seine Mutter starb als er acht Jahre alt war). 1936–1944 hatte der junge Eberhard Fichte die Schule absolviert. Danach war auch er in der Lausitz – zum Landdienst der Hitlerjugend berufen. Die jungen Menschen sollten in dieser Pflicht-Organisation vorbereitet werden später die Ukraine zur Kornkammer Europas machen. Eberhard Fichte hat schöne Erinnerungen an seine Kindheit. „Wir waren nur draußen, haben gekreiselt, Rad getrieben, sind Fahrrad gefahren, haben im Garten gespielt und in der Elbe gebadet“ erzählt er davon. Und weiter, dass er eigentlich Koch werden wollte. Doch seine Mutter meinte, er sei zu klein um an die Töpfe zu reichen. Koch ist er nicht geworden, doch die Leidenschaft fürs Kochen ist ihm nie verloren gegangen. Sein Hobby blieb es und noch heute kocht er gerne. 1945 ging er in den landwirtschaftlichen Lehrbetrieb Neumann nach Eckartsberg bei Zittau, legte hier auch seine Gehilfenprüfung ab. Er berichtet unsagbar viel gelernt zu haben, Verantwortung übertragen erhalten zu haben, gute Anleitung und Kontrolle erfahren zu haben. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wurden anerzogen. Alles Lehren die für ein ganzes Leben blieben. „So einen Lehrbetrieb wünschte ich heute den jungen Leuten“ sagt er anerkennend und dankbar für seine fachliche und persönliche Bildung. In Rosenthal bei Zittau leitete er anschließend einen landwirtschaftlichen Betrieb, erhielt 1949 die Möglichkeit die Landwirtschaftsschule Döbeln zu besuchen. 1950 hatte er den Facharbeiterbrief als Landwirt in der Tasche. In einer Reinsdorfer Wirtschaft fand er weitere Arbeit und gute Bezahlung. Drei Jahre später wechselte er in eine andere Wirtschaft als Verwalter. Nun war Zeit für die Familienplanung. 1955 wurde geheiratet (Elfriede, Schneiderin, verstorben 2006). Eine Frau die immer liebevoll, friedvoll und ihn unterstützend handelte, begleitete ihn fortan 51 Jahre auf seinem Lebensweg. Die Söhne Jürgen (geb. 1957, Postangestellter) und Steffen (geb. 1965, Justizbeamter) wurden geboren. Sie haben indessen für zwei Enkeltöchter gesorgt. Mit Beginn der Kollektivierung in der Landwirtschaft wollte Eberhard Fichte sich verändern. Ein Wechsel in die Industrie war von staatlicher Seite verboten und so arbeitete er 1955–1957 in der BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaft). Dann wechselte er in das Staatliche Kreiskontor für landwirtschaftlichen Bedarf, den Großhandel und Zulieferer für die BHG. Zentralisierung führte zu Arbeitsortentfernung und das und der bessere Verdienst letztendlich zur Neuorientierung. 1964 zog Eberhard Fichte von Reinsdorf nach Waldheim. 1981 bis zur Wende war Eberhard Fichte als Meister im Strafvollzug Waldheim (Betreuung Arbeit der Strafgefangenen in der Stepperei im Hausschuhwerk) beschäftigt. Über den Vorruhe- ging er 1990 in den Ruhestand. Besonders stolz ist der agile Mann auf seine gesellschaftliche Arbeit: Ab 1966–1996 aktiv beim Handball. Die Trainertätigkeit im Handballsport gab ihm die Möglichkeit die Kindern nicht nur leistungsorientiert und sportlich zu prägen sondern ihnen auch erzieherisch viel mit auf den Weg zu geben. Dreimal wöchentlich stand er nach der Arbeit in der Sporthalle. An den Wochenenden begleitete er seine Nachwuchskader zu Wettkämpfen. Zwei Delegierungen in Leistungssportzentren konnte er erreichen. Die goldene Ehrennadel des Handballsports wurde ihm verliehen. „Immer nach vorne schauen, den Mut nie verlieren!“ Das hat er seinen jungen Sportlern immer ans Herz gelegt und selbst auch stets so gelebt. Gute Nachbarschaft pflegt er heute und im Sommer treibt es ihn immer noch raus an die Luft. Mit anderen ein Bierchen trinken macht heute noch Spaß, wie er sagt. Es ist nur anders erinnert er sich lachend: Als Knecht mit fünf Mark in die Kneipe, da konnte man sich den ganzen Abend laben und nach etwas mitnehmen. Den letzten „Pfeffi“ den er mit seinem Sohn getrunken hat bezahlte er mit 4 Euro pro 4 cl-Glas.... Früher hatten alle weniger und war doch sehr zufrieden resümiert er – ohne heute selbst unzufrieden zu sein.
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