MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Kurt und Gertaud Fichtner
Verantwortung für Kinder
Schulleiter
Erzieherin mit Lehrbefähigung
Am Wiesengrund 6
04643 Frohburg OT Tautenhain
Die Entwicklung der fünf eigenen Kinder lag dem Ehepaar Fichtner am Herzen, doch die vielen Heranwachsenden, die sie als Schuldirektor bzw. Horterzieherin zu betreuen hatten, wurden ebenso wichtig.
Kurt Fichtner wurde 1937 schon in Tautenhain (seit 2009 Stadtteil von Frohburg) geboren. Da der Vater 1939 eingezogen wurde und erst 1947 aus Kriegsgefangenschaft heimkehrte, wuchs er mit der Mutter bei den Großeltern auf. Als er 1951 an der örtlichen Schule die 8. Klasse abgeschlossen hatte, sollte er weiter die Oberschule besuchen, doch dann spielte die Gesundheit nicht mit. Wieder genesen, lernte er bei der Konsumgenossenschaft in Frohburg Verkäufer. Sein gesellschaftlicher Einsatz im Rahmen der Jugendorganisation FDJ gab neue Möglichkeiten. Nach einem halben Jahr Studium in Dresden wurde er in Narsdorf als Pionierleiter (außerunterrichtliche Arbeit mit den jüngsten Schulkindern) eingesetzt, dann als Instrukteur für Pionierarbeit bei der FDJ-Kreisleitung gebraucht. In einem weiteren Studium in Dresden erwarb er die Lehrbefähigung für die Grundschule. Danach agierte er wieder als Pionierleiter, wechselte dann 1963 in den Schuldienst, war als Lehrer in Flößberg tätig, bis er 1968 zum Direktor der Polytechnischen Oberschule (POS) in Frankenhain berufen wurde. Zweiundzwanzig Jahre bis 1990 hatte er hier seine Aufgaben mit Verantwortung wahrgenommen. Dies, sowie sein Studium an der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften in Potsdam zum Diplom-Pädagogen (1973/74) und die Beförderung zum Oberlehrer 1981 nutzten ihm wenig, als er bei der Umwandlung von DDR-Schulsystem zur bundesdeutschen Ordnung als zu staatsnah angesehen wurde. Ihn erreichte die Kündigung, durch Vorruhestandsregelung abgemildert. Seinen Tätigkeitsdrang lebte er noch ein Jahr als Verkäufer in einer Geithainer Baustofffirma aus, danach agierte er fünf Jahre als Interviewer im Auftrag des Institutes für Demoskopie Allensbach. Dazu baute er einen örtlichen Seniorenklub auf. Seit 1957 stand Frau Gertraud an seiner Seite. Sie wurde als Gertraud Petzold 1937 im wenige Kilometer entfernten Schwarzbach geboren, wuchs mit drei Geschwistern unter ärmlichen Verhältnissen auf, der Vater war 1942 gefallen. Nach dem Schulbesuch arbeitete sie zwei Jahre in der Schwarzbacher Schmiede als Haushalthilfe, fand über die Mitarbeit im Deutschen Roten Kreuz (DRK) zu neuen Chancen. 1954 bis 1956 wurde sie in der Medizinischen Fachschule im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) zur Säuglings- und Kinderkrankenschwester ausgebildet. Mit der Heirat ging sie als Leiterin zur Kinderkrippe in Narsdorf, dann forderten zehn Jahre die eigenen Kinder ihre weitgehende Anwesenheit zu Hause. 1969 sprang sie kurzfristig als Vertretung der Hortnerin der Tautenhainer Schule ein, blieb bis 1992, qualifizierte sich im Fernstudium zwischenzeitlich zur Erzieherin mit Lehrbefähigung, so dass sie auch für den Unterricht eingesetzt werden konnte.