MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christine Fiedler

„Rentner haben niemals Zeit!“ Christine Fiedler lebt diesen Spruch.

Christine Fiedler

Beamtin i. R.
Bergmannsring 11
06217 Merseburg

Die Freizeit widmet sie zu großen Teilen ihren Kindern, Enkeln und Eltern. Insbesondere letztere avancierten zu Lehrmeistern ihres Lebens, waren immer für ihre Tochter da, unterstützten bei der Erziehung ihres Enkels und bestechen durch absolute Bodenständigkeit. So konnte sich die Tochter zur aufgeschlossenen, kontaktfreudigen und zielorientierten Persönlichkeit entwickeln, die schnell auf andere Menschen zugehen kann. Geboren wurde Christine Fiedler am 30.08.1949 in Frankleben. Nach zehnjähriger Schulbildung ließ sie sich bei Industriemontagen (IMO) Merseburg zur Steno- und Phonotypistin ausbilden, kehrte nach einem kurzen Abstecher an einen anderen Betrieb zur IMO zurück und ging als Sekretärin mit auf Montage. Sie war die einzige Frau, welche Monteure auf Baustellen begleitete. 19-jährig schenkte sie ihrem Sohn das Leben. Um weiter arbeiten zu können, sprangen die Eltern ein. Als ihr Sohnemann größer wurde, arbeitete Christine Fiedler als Mitarbeiterin von IMO Merseburg in den Leuna-Werken (also auch wie auf Montage), bildete sich weiter, erhielt ihren Abschluss als Meister für Rohrleitungsbau und war wiederum die einzige Frau der Meisterklasse. Eingesetzt als Technologin war ihr Einsatzgebiet in Beuna (kleines Industriegelände mit Materialwirtschaft und Rohrleitungsvorfertigung und diversen Werkstätten), wo sie die gleiche Arbeit wie ihre männlichen Kollegen verrichtete, das gleiche Gehalt allerdings durfte sie nicht empfangen. Darüber hinaus sehr aktiv im Gewerkschaftsleben, betreute sie jahrelang bis hin zur Lagerleiterin das betriebseigene Ferienlager. Dann kam die Wende. Man setzte sie auf Arbeitszeit Null. Christine Fiedler schrieb vorausschauend Bewerbungen, fand sofort eine neue Arbeitsstelle bei der Kreisverwaltung, wurde verbeamtet und blieb bis zur Rente im Unternehmen. Schon seit dem dritten Lebensjahr galt ihre Leidenschaft dem Sport. 14-jährig übernahm sie als Übungsleiterin große Verantwortung, wurde Trainerin und Kampfrichterin. In mehreren Sportarten zu Hause, hat es ihr in besonderem Maße das Turnen angetan. Bis heute trainiert sie kleine Turner und wird es bis zum letzten Atemzug tun. Sport ist ihr Leben und brachte ihr bedeutende Auszeichnungen ein. Ihr Engagement wurde neben anderen Huldigungen durch die „Goldene Ehrennadel“ des Landessportbundes sowie für 50-jähriges Ehrenamt durch die Ehrennadel des LSB gewürdigt. Nach ruhigen Augenblicken sucht die Rentnerin nicht. Gleich zwei Terminkalender sind prall gefüllt. Mit dickem Almanach fühlt sie sich wohl und ergänzt mit Lebensfreude: „Rentner haben niemals Zeit!“ Sie lebt diesen Spruch und die Summe ihrer Aktivitäten hält jung. Jung hält auch die Familie. Zwei Enkelinnen bekamen gerade ein weiteres Geschwisterchen. Sohn und Schwiegertochter nahmen ein momentan 2 ½ -jähriges Pflegetöchterchen bei sich bei sich auf und natürlich hält auch die dritte Enkelin Christine Fiedler auf Trab.
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