MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Falko Fieber
Kurz vor dem Ruhestand
Elektromonteur
06667 Weißenfels
Glücklich darüber, dank des Internets zueinander gefunden zu haben, bereiten sich Brigitte Raue und Falko Fieber seit 2011 gemeinsam auf neue Lebensetappen vor, bald lockt die Muße des Ruhestands.
Falko Fieber, 1954 in Lützen geboren, begann nach dem Abschluss der 10. Klasse eine Lehre als Elektromonteur (1971/73) in den nahen Leuna-Werken. Der junge Geselle wartete zwölf Jahre die Maschinen der chemischen Industrie, dann legten Allergien einen Wechsel nahe, so wirkte er fortan im Merseburger Zweigbetrieb, der Konsumgüter aus Plaste herstellte. Mit der Privatisierung 1990 drohte die Herabstufung, so entschied er sich, bei einem Bekannten einzusteigen, der mit der Installation von Fernsehempfangsanlagen einen neuen Markt entdeckte. Die Verkabelung ganzer Kliniken oder großer Wohnanlagen beschäftigte ihn auch, als er ab 1995 bei entsprechenden Firmen in Halle bzw. Cottbus angestellt war. Vom heimischen Lützen ging es regelmäßig auf Montage, erst seit der Bekanntschaft mit Brigitte Raue wurde Weißenfels zum Wohnsitz. Die Weißenfelser Filiale der Schüco GmbH stellte ihn dann bei der Herstellung von Fensterprofilen an, im Dreischichtbetrieb mit Wochenendeinsatz arbeitet er dort nun bei der Rohstoff- und Hilfsmittelbereitstellung. Ende 2015 möchte er sich in die Rente verabschieden. Zwei Ehen liegen hinter ihm, zwei Kinder entsprangen früheren Beziehungen.
Brigitte Raue kam 1952 in Leipzig auf die Welt. Nach dem Abschluss der 8. Klasse konnte sie auf dem Volkseigenen Gut (VEG) in Großtreben bei Torgau eine Ausbildung zur Geflügelzüchterin aufnehmen. Nach der Facharbeiterprüfung wurde sie an das Kombinat für Industrielle Mast (KIM) vermittelt, beim KIM-Betrieb in Taucha bei Leipzig konnte sie sich zum Meister qualifizieren. Bis 1979 blieb sie, dann stieg sie in das Obst- und Gemüsegeschäft von Mann (Heirat 1973) und Schwiegereltern in der Leipziger Beethovenstraße ein, wirkte als Verkäuferin, unterbrochen von der Geburt der beiden Söhne (1980, 1984). Als ihr Mann 1992 viel zu früh starb, wurde der Laden geschlossen. Sie arbeitete eine Zeitlang beim Supermarkt „Marktfrisch“, mit dem Umzug 1998 nach Weißenfels begann sie beim AWG Modecenter in der Herrenabteilung, konnte einen Abschluss als Textilverkäuferin erreichen. Zuletzt verbrachte sie sechs Jahre als Verpackerin beim Schlachthof Tönnies unter Bedingungen, die ihr den Abschied aus dem Berufsleben leicht machten.