MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa Felske

„Erziehung besteht aus zwei Dingen: Beispiel und Liebe. (Friedrich Fröbel)

Christa Felske

Pestalozzistr. 5
04435 Schkeuditz
Fon: 034204 / 63446 

1939 geboren und ab dem 4. Lebensjahr bei einer Schwester ihrer Mutter aufgewachsen, war es Glück, dass diese ihr eine Kindheit bot, wie sie besser bei den leiblichen Eltern nicht hätte sein können. Dunkel erinnert sie sich, wie ihre Mutter mit einem Krankenwagen abgeholt wurde, weil sie nicht verdunkelt haben soll. Auch daran, sie sei in eine Einrichtung gekommen, in der sie später unter eigenartigen Umständen zeitig verstorben ist. Der Vater war zu dieser Zeit im Krieg und als er zurückkehrte, wollte er das Mädchen nicht. So blieb sie bei der Pflegemutter, schloss ihre Schulbildung mit der 8. Klasse ab und besuchte 1953–1956 die Helene-Lange-Schule in Halle um Kindergärtnerin zu werden. Die zentrale Einsatzvermittlung der Absolventen trug Ihrer Bitte Rechnung in der Nähe des Wohnortes die erste Stelle anzutreten, denn Christa Felske hatte mit eigener Familienplanung begonnen. Ihren Mann Siegfried (Bauschlosser, verstorben 2003) heiratete sie 1958. Zwei Jahre später wurde Tochter Andrea geboren, die heute im öffentlichen Dienst tätig ist und für den Enkel Christoph gesorgt hat. In Lützen bei Weißenfels begann nun die berufliche Laufbahn, und durch erfolgreiche eigene Bewerbung, konnte sie 1959 in einen Kindergarten in Schkeuditz wechseln, später sogar als Gruppenleiterin weiter bleiben. Mit Geburt ihrer Tochter widmete sie sich für zwei Jahre deren Betreuung und Erziehung. Ab 1963 in einem Kindergarten in Altscherbitz als Erzieherin tätig, erinnert sie sich an die eigene und die Einstellung der Kollegen zu den Kindern, der Verantwortung für diese und dem Berufsbild überhaupt: „Die Atmosphäre war familiär, jeder kannte jedes Kind und fühlte sich dafür verantwortlich“, erklärt sie die Harmonie in der Einrichtung und bedauert, auch noch anderes kennengelernt zu haben. Mit der Wende änderten sich die Konzepte und Vorgaben, Regeln wurden teilweise außer Kraft gesetzt. Der Kindergarten Altscherbitz wurde geschlossen und in der Schkeuditzer Einrichtung, in der Christa Felske nun tätig wurde, war das Verantwortungsgefühl jeder Erzieherin vorrangig auf ihre Gruppe beschränkt. Fehlende neue pädagogische Konzepte erschwerten Anfang der 90er Jahre die Arbeit der Erzieherinnen mit den Kindern und Eltern – etwas, das Christa Felskes langjährigen pädagogischen Erfahrungen widersprach (Auszeichnung mit mehreren Pestalozzi-Medaillen). So fiel ihr der Ausstieg aus dem Berufsleben über kurze Arbeitslosigkeit in die Rente nicht schwer. Da ihr Mann ebenfalls arbeitslos war, konnten sich beide nun um den Enkelsohn kümmern und die Tochter damit unterstützen. Heute hält sich Christa Felske mit Seniorensport fit, liest und „lebt Sonntags ihre soziale Ader aus“, wie sie es nennt, wenn sie ältere Menschen anruft, um ihnen das Gefühl der Einsamkeit zu nehmen. Sie kann sich richtig ärgern, wenn so viele Jahre nach der Wende als Zukunft oder gar Errungenschaft angegeben wird, was in der DDR im Bildungswesen lange vorhanden war , mit der Wende abgeschafft und danach „neu erfunden“ und wieder eingeführt wurde.
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