MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Roswitha Feustel

Eine Frau, die sich sorgt

Roswitha Feustel
Ortsvorsteherin

Im Bauerndorf 10 04838 Eilenburg OT Zschettgau Fon: 03423 / 659480 Fax: 03423 / 659479 E-Mail: roswitha.feustel(at)web.de

Wenn sie durch ihren Ort geht, dann braucht sie Zeit. Zeit, die sich auch nimmt für eine Unterhaltung unterwegs. Die Einwohner von Kospa/Pressen suchen das Gespräch mit ihrer Ortsvorsteherin. Man schätzt ihr Wirken im Ort und im Heimatverein. Für dieses Engagement hat die Dresdner Bürgerstiftung Roswitha Feustel geehrt. Sie sei maßgeblich an der geistig-kulturellen Entwicklung der Ortsteile Behlitz, Kospa, Pressen und Zschettgau beteiligt, hieß es zur Begründung. Anerkennung, die Roswitha Feustel freut und motiviert. 1964 zieht die Mutter mit der 14jährigen Roswitha aus Greiz in die Eilenburger Region. Bis zum Abschluss der 10. Klasse lebt das Mädchen in einem Internat in Jena. Dort lernt sie auch Krankenschwester. Mit 18 heiratet sie ihren Helmut. Sohn Mike wird geboren. Zwei Jahre später Tochter Cornelia. Ein Schichtdienst im Krankenhaus ist für die junge Mutter nun nicht mehr möglich. Beim Eilenburger Konsum schult sie zur Verkäuferin um. Zwei Jahrzehnte arbeitet sie in dieser Handelsgenossenschaft. 1990 wird der Konsum privatisiert. Roswitha Feustel kann bleiben. Mit einem Wagen für den Fleisch- und Wurstverkauf ist sie nun unterwegs. 1992 wechselt sie zu einer Fleischerei nach Bad Düben. Nach fünf Jahren zwingt sie Krankheit in die Arbeitslosigkeit. Das habe das Ende ihrer Berufstätigkeit bedeutet, erzählt Roswitha Feustel. Von da an sie sei Hausfrau gewesen und habe ehrenamtlich gearbeitet. Zu dieser Zeit sitzt sie bereits im Gemeinderat von Pressen Sie ist stellvertretende, dann amtierende Bürgermeisterin. Nach der Eingemeindung zu Eilenburg 1997 wird in der Ortschaft Kospa-Pressen ein ehrenamtlicher Ortschaftsrat gebildet. Den Vorsitz übernimmt Roswitha Feustel. Als Mitglied im Heimatverein kümmert sie sich auch um die Ortschronik und um die Vorbereitungen für die Eilenburger Festwoche im kommenden Jahr. Anlass ist die erste urkundliche Erwähnung der Eilenburger Burg vor 1050 Jahren. Roswitha Feustel schneidert für den Festumzug historische Kostüme. Nähen mache ihr Spaß, meint sie. Roswitha Feustel ist oft mit dem Fahrrad unterwegs, liest Krimis und bekocht mit viel Liebe die Familie. Vor allem die drei Enkel, die sie gegenwärtig betreut und mit denen sie und ihr Mann viel unternehmen. Die 60jährige ist eine Kommunalpolitikerin, die gern aus dem Vollen schöpfen würde. „Ich möchte viel verteilen können, möchte jedem etwas abgeben“, beschreibt sie ihre Vision. Und sie gehört zu den Menschen, denen das Säbelrasseln in Teilen der Welt große Sorge bereitet.
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