MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Helga Faust

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ (Franz Kafka)

Helga Faust

Großhandelskaufmann
Karl-Marx-Str. 17
01662 Meißen

Helga Wachtel wurde am 15.02.1937 als Tochter eines Schmiedemeisters und seiner mithelfenden Ehefrau in Meißen geboren. In Miltitz wuchs sie mit ihren zwei Brüdern auf. Sie erinnert sich an die wichtigsten Arbeiten des Vaters: Hufbeschlag bei Pferden, Ochsen und Kühen, damit die Bauern mit den Zugtieren die Felder bestellen konnten. Und weiter auch an den Zustrom der schlesischen Flüchtlinge, deren Einquartierungen im Elternhaus und den Kuchen den eine Schlesierin 1945 für sie gebacken hat und ihr zum 8. Geburtstag schenkte. Doch auch der glutrote Himmel während der Bombardierung Dresdens hat sich in ihr Gedächtnis eingebrannt. 1945–1953 besuchte sie die Schule. Der Besuch der weiterführenden Schule wurde ihr verwehrt, weil der Vater Handwerker und zudem ehemaliger Parteigenosse (begründet durch seine Selbstständigkeit, doch ohne Engagement und Funktion) war. So bewarb sie sich um eine Lehrstelle bei der Deutschen Handelszentrale, wurde Großhandelskaufmann und konnte auf Grund guter Leistungen vorzeitig auslernen. Sie blieb im Ausbildungsbetrieb tätig bis sie ihren Mann Wilfried Faust (Neulehrer, Lehrer in der Schule in der sie zuvor Schülerin war) 1956 näher kennenlernte und 1958 heiratete. 1959 wurde Tochter Marion (Gärtnerin, Gartenbauingenieur), 1962 Tochter Ilona (Porzellanmalerin, Restauratorin für Glas und Porzellan) geboren. Ein 1967 geborener Sohn verstarb 1971 an einer seltenen Krankheit. Zur Betreuung und Erziehung der Kinder blieb Helga Faust vorerst zu Hause. In der Meißner Schwerter Privatbrauerei nahm sie später eine Teilzeitbeschäftigung in der Verwaltung auf, blieb dort auch nach dem Zusammenschluss mit der Felsenkellerbrauerei weiter beschäftigt, nun in der dortigen Verwaltung – bis 1991. Die politische Wende in der DDR führte zum Strukturwandel im Betrieb, zu Kurzarbeit und Entlassungen. Helga Faust war davon betroffen und wurde mit 54 Jahren arbeitslos. Für ihren Mann – auf Grund eines Schlaganfalls (1988) und seiner Folgen berentet – war das gut, konnte er doch so umfassende Zuwendung und Hilfe von seiner Frau erhalten. Mit 60 Jahren trat auch Helga Faust in den Ruhestand. Im Jahr 2011 verstarb ihr Mann. Viele Jahre alleinlebend, weiß sie ihre Familie und gemeinsame Treffen sehr zu schätzen. Früher mit ihrem Mann dem Sportverein Meißen West, Sektion Touristik und Wandern angehörend, hat sie diese Aktivität ab 2012 durch Teilnahme am Seniorensport (Verein Aktion Gesundheit) ersetzt. Sie möchte gesund bleiben, beweglich sein. Die Gartenarbeit und die Natur machen ihr viel Freude und sind ein positiver Ausgleich im Alltag. Gesundheit bedeutet Unabhängigkeit und die möchte sie sich so lange es geht erhalten, sagt die freundliche und kontaktfreudige Frau, die Unehrlichkeit als eine nicht hinnehmbare Eigenschaft bei Menschen ist.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz