MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Waltraut und Johannes Feige

Seelenfrieden – größter Schatz des Menschen

Waltraut und Johannes Feige

Hofweg 43
08371 Glauchau OT Gesau
Fon: 03763 / 12565

Als Tochter eines Sattlers / Schlossers, der als Invalide aus dem 1. Weltkrieg zurückkehrte und einer Hebamme 1934 geboren, wuchs das Mädchen Waltraut mit ihren vier Geschwistern, zwar als „Schlüsselkind“, doch mit klaren Strukturen auf. Die Eltern hatten beruflich bedingt, wenig Zeit. Die Kinder waren viel auf sich gestellt. Für die kleine Waltraut waren die Geschwister ein Glück. Sie liebte Kinder und schnell kam der Wunsch, Kinderkrankenschwester zu werden. 1941–1949 die Schulbank drückend, lernte sie im Anschluss Kinder- und Säuglingskrankenschwester, absolvierte danach ein Praktikum und nahm ihre erste Arbeit im Kinderkrankenhaus Meerane auf. In der christlichen Gemeinde freundete sie sich mit Johannes Feige an. Beide lernten sich lieben und heirateten 1955. Der für die junge Liebe unerquickliche sonntäglichen Dienst im Krankenhaus und die Entschlossenheit in einer Kinderkrippe tätig sein zu wollen, führten Waltraut Feige für einige Jahre zurück in die Kinderkrippe Glauchau. Die eigene Familienplanung wurde nun privater Lebensinhalt. Es folgte die Geburt der Kinder Matthias (geb. 1956), Michael (geb. 1958), Cornelia (geb. 1959) und Annett (geb. 1964). Sie haben zwischenzeitlich nun für sieben Enkel und sechs Urenkel gesorgt. „....wir halten alle zusammen...Weihnachten wird immer gemeinsam gefeiert...das ist sehr schön....“, freuen sich die Eheleute über die Bereicherung ihres Lebens. Waltraut Feige selbst musste wegen gesundheitlich notwendiger Schonung die Tätigkeit wechseln, wurde Sprechstundenschwester und blieb in diesem Metier vor und nach der Wende – bis zum Eintritt in der Vorruhe- und Ruhestand. Johannes Feige,1931 in Crimmitschau geboren, lebte mit Eltern und zwei Geschwistern ab dem 3. Lebensjahr in der Militärstadt Glauchau. Hier erlebte er, jung an Jahren, Fliegerangriffe, Bombenalarm, das Heimrennen von der Schule um bei und mit der Familie Schutz zu suchen. Die Amerikaner als Befreier, die Russen als Besetzer, eine relativ zerstörte Stadt einerseits und der Wille der Bevölkerung ein wenig Normalität im Leben zu erlangen andererseits. Nach der Schule nahm Johannes Feige eine Tischlerlehre auf, doch die Entbehrungen des Krieges hatten ihn krank gemacht. Er wog nur noch 45 Kilo und kämpfte so mit 16 Jahren um sein Überleben. Seine Hobbyschnitzerei half ihm. Über die Dörfer fahrend, bot er seine Handwerkskunstwerke an, tauschte sie gegen Lebensmittel. Später in Konsum als Gebrauchswerber / Dekorateur konnte er sein kreatives Talent beruflich gut einbringen, verlor seine künstlerische Entwicklung nie aus den Augen, qualifizierte sich zu einem begabten Holzschneider und Grafiker. Als Betriebsmaler im Spinnstoffwerk viele Jahre tätig, konnte er als Gebrauchswerber vielfältig arbeiten und wurde, trotzdem er Christ, war in seinen Ausführungen akzeptiert. Als einziger Holzbildhauer der Region erhielt er darüber hinaus immer wieder Aufträge der Stadt, sorgte mit Reliefschnitzereien und Skulpturen für Kunst im Wandel der Zeit. Das Jahr 1991 sah ihn als Leiter der Galerie Glauchau, von 1993–1996 war er in der Abteilung Kultur im Landratsamt tätig, ging dann in die Rente. Für ihn bis heute wesentlich: Geschaffene Kunstwerke sind einzigartig und sollten Zeit- und Politik unabhängig betrachtet werden, nicht politischem Sinneswandel oder Zäsur unterliegen. Als Spätexpressionist musste er sich oft behaupten. 1958–2013 war Johannes Feige Leiter eines Malzirkels, gab seine Erfahrungen an junge, kunstinteressierte Menschen weiter. 55 Jahre, die viele Talente förderte, Ausgangpunkt für künstlerische Entwicklungen von Menschen war. Dass zwei der ehemaligen Zirkelmitglieder heute eine Professur innehaben, erfüllt ihn mit Stolz. Der christliche Anspruch der Familie – Vorbild zu sein – war steter Begleiter im Leben und wurde weiter gegeben an Kinder und Kindeskinder, für deren Unterstützung die Eheleute heute sehr dankbar sind. Sie haben ihren christlich seelischen Frieden gefunden, sagen beide abschließend.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz