MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans und Kristina Fahnenbruch
Durchgehalten bis zum Ruhestand
Stenotypistin
Dipl.-Ing. Informationselektronik
06766 Wolfen
Kristina und Hans Fahnenbruch haben sich 1961 kennengelernt und fünf Jahre später geheiratet. Sie sind stolze Eltern von Steffi, die 1968 zur Welt kam und mit ihrem Mann sowie den beiden Kindern in Mönchengladbach lebt. Kristina Fahnenbruch wurde am 13.03.1944 in Wolfen geboren. Nach der 10. Klasse lernte sie Stenotypistin in der Filmfabrik Wolfen, wurde danach Chefsekretärin. Anfangs war sie dem Ökonomischen Direktor zugeteilt, später dem Forschungsdirektor. In dieser Zeit machte sie die „Agfa-ORWO“ Umstellung mit. Sie war mit Leib und Seele dabei. Zusätzlich gab sie an zwei Abenden pro Woche Unterricht im Maschineschreiben an der Berufsschule – auch nach der Wende, als sich ihr Arbeitsumfeld in der Filmfabrik radikal änderte. Bis 1992 konnte sie noch bleiben. Dann wurde sie kurz arbeitslos. Sie bekam eine neue Stelle bei der RESA Glaswolle GmbH. Zwar war sie froh darüber, bis zum Ruhestand wieder in Lohn und Brot zu sein, doch die Arbeit machte nicht mehr so viel Spaß. Es war eine andere Arbeitskultur, das Miteinander weit weniger freundlich. Hans Fahnenbruch, der am 04.06.1943 in Castrop-Rauxel geboren wurde, kam als kleines Kind mit seiner Familie in den Südharz. Er wurde bei Mansfeld eingeschult, hat in Eisleben 1961 sein Abitur gemacht. Danach ging er zur NVA, doch da er, anstatt wie abgesprochen in der Technik eingesetzt zu werden, dem Trupp zugeteilt wurde, kündigte er nach vier Jahren. 1966 fing er in der Filmfabrik als Nachrichtentechniker an. Nebenbei absolvierte er ein Fernstudium an der TH Ilmenau, das er 1973 als Dipl.-Ing. Informationselektronik abschloss. Als Vorgesetzter von 18 Mitarbeitern war er für die Außenbereichsbetreuung der Fernsprech-, Brandmelde- und Eisenbahnsicherungstechnik zuständig. Als die Abteilung nach der Wende privatisiert wurde, sah er sich nach Alternativen um, machte eine Umschulung auf Betriebswirtschaft. Durch Zufall entdeckte er ein Stellenangebot als Ausbauberater, bewarb sich und bekam den Job. Die kommenden zehn Jahre beriet er Fertighauskäufer bei der Umsetzung des Innenausbaus. Mit der Zeit wuchs der Aufgabenbereich massiv an, und so war er gar nicht unglücklich, als er 2004, kurz vor Renteneintritt, entlassen wurde. Ihren Ruhestand genießen die beiden in vollen Zügen. Sie pflegen Grundstück und Haus, das sie seit 1953 bewohnen, sind aber auch schon immer gerne viel unterwegs, am liebsten zu Fuß. 17 Mal sind sie bereits den Rennsteig gewandert, auch den Harz, Usedom und Rügen haben sie schon mehrfach erlaufen. Hans hat dreizehn Mal am Rennsteiglauf teilgenommen, er interessiert sich für Film und Fotografie und ist gerne handwerklich tätig. Kristina liest viel und mag gute Musik. Sie sind glücklich und stolz, einander gefunden zu haben und wünschen sich noch viele gesunde Jahre.