MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Liane Fedrich
Ehrlich vor Gott und den Menschen
Porzellanmalerin
Ottmannsdorf 23
07819 Triptis
Fon: 036482/ 30840
Für die 1936 in Triptis geborene Liane Fedrich war die Kindheit durch Krieg und familiäre Probleme geprägt. Als sie fünf Jahre alt war, zogen die Eltern nach Saalfeld, wo sie und ihr jüngerer Bruder aufwuchsen. Der Vater wurde eingezogen, als er zurückkam, fiel die Ehe auseinander, Liane Fedrich traumatisierten die damit verbundenen dramatischen Erlebnisse. Im Scheidungsprozess wurden die Kinder dem Vater zugesprochen, ihre Mutter sollte sie trotz großer Suchanstrengungen in späteren Jahren nie wieder sehen. Liana Fedrich wuchs nun im brandenburgischen Kreis Spremberg bei der Stiefmutter auf, die in Klein Düben Landwirtschaft betrieb. Schon in jungen Jahren wurde sie zu harter Arbeit erzogen, auch Schläge waren an der Tagesordnung. Mit 14 Jahren endete ihre Schulzeit, sie sollte in Stellung gehen, fand aber durch die Großmutter in Triptis die Möglichkeit, eine Lehre als Porzellanmalerin zu absolvieren. Die Liebe zum Zeichnen und Malen war ausgeprägt und sollte weitere Früchte tragen. Liane Fedrich ließ sich bald zur Gebrauchswerberin und Schaufensterdekorateurin umschulen und entwickelte im Auftrag der Konsum-Genossenschaft eine vielseitige Tätigkeit, die sie über die Jahre bis in die Wendezeit begleiten sollte. Neben dem Konsum arbeitete sie auch für den Rat der Stadt und andere heimische Einrichtungen und wurde als Stadtmalerin praktisch zur Institution. Sie hat Innenräume bemalt, Hauswände verziert, Milchkannen bemalt, Schilder angefertigt. Als der Konsum in inzwischen marktwirtschaftlichen Zeiten in Insolvenz ging, arbeitete sie für eine private Firma als Mädchen für alles, bis Altersübergangsgeld und Rente in den Ruhestand geleiteten. Das Malen und Dichten ist ihr selbstverständlich geblieben. Das Dichten, also das Malen mit den Worten, verschafft ihr Befriedigung und Anerkennung.
Eine Wende ihres Lebens bestand in dem Entdecken und Ernstnehmen religiös geprägter Eindrücke. Bei den Zeugen Jehovas fand sie geistige Heimat. Seit 1970 in zweiter Ehe verheiratet – Ehemann Klaus hatte Textilfärber gelernt und als Porzellanschleifer umgeschult – lebt sie seit dem gleichen Jahr in einem Haus auf ehemaligem Mühlengelände, das für den Abriss vorgesehen war und durch Ankauf des Ehepaars und große Eigenleistungen wieder zum Schmuckstück werden konnte. Die naturverbundenen Partner haben je ein Kind aus früheren Ehen.