MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ursula und Werner Eppendörfer

„Freude ist unentbehrlich für die körperliche und für die seelische Gesundheit.“ (Autor unbekannt)

Ursula und Werner Eppendörfer

Buchbinderin
Werkzeugmacher
Frauensteiner Str. 104
09599 Freiberg
Fon: 03731 / 22475

1936 wurde das Mädchen Ursula Köhler als Tochter einer Hausfrau und eines Papiermachers geboren. „Ich hatte einen älteren Bruder, der leider nicht mehr lebt, doch sein Enkel ist heute unser Enkel). Wir hatten sehr gute, um uns besorgte Eltern und eine schöne Kindheit trotz Kriegs- und Nachkriegszeit. Wenn Fliegeralarm war ging es in den Keller und wenn wir rauskamen hieß es ‚...mein Gott die haben Freiberg bombardiert...oder Dresden...der Himmel war rot gefärbt....“ berichtet sie. 1942–1950 besuchte sie die Schule, wäre danach sehr gerne Schneiderin geworden. Doch eine entsprechende Lehrstelle war nicht zu bekommen. Durch Vermittlung des Onkels (in einer Druckerei beschäftigt) gelang es eine Lehre zum Buchbinder zu erhalten. „Es war eine schöne Lehre und ich hatte nur Einsen in meinen Berichtsheften stehen...“ berichtete sie von ihrer Ausbildung im Sachsenverlag (später Müller-Druck und indessen Vordruck-Leitverlag GmbH). Nach Wegfall der Buchproduktion arbeitete sie im Formulardruck in der Weiterverarbeitung im 2-Schicht-System. 1958 heiratete sie ihren Mann Werner, mit dem sie indessen schon die diamantene Hochzeit gefeiert hat. Tochter Carmen (aus erste Beziehung von Werner Eppendörfer) vervollständigte die junge Familie. Ursula Eppendörfer wollte nun nicht mehr in Schichten arbeiten. Sie wechselte 1961 in die Pulvermühle vom Sprengstoffwerk und wurde hier in der Produktion tätig – zeitweise als Brigadeleiterin. Bald nahm sie sich eine Auszeit, um ihrer an Krebs erkrankten Mutter zur Seite stehen zu können, tat es bis zu deren Tod 1963. Nach sechs Jahren Wartezeit und intensivem Kampf hatten die Eppendörfers 1964 das Glück endlich eine Wohnung zu erhalten. Ursula Eppendörfer kehrte in den Fomulardruck zurück, arbeitete ab 1965 in Teilzeit bis 1990. Dann ging sie mittels Altersübergang in den Ruhestand. Ehemann Werner ging ein Jahr später in die Rente. „....Wir hatten einen Trabbi, kauften uns dann einen Ford Fiesta, sind wegefahren, haben uns etwas angesehen und uns ein schönes Leben gemacht...das Rentnerdasein ist uns gar nicht schwergefallen....“ berichtet Ursula Eppendörfer aus dieser Zeit. Werner Eppendörfer, Sohn einer Wäscherin und eines Kurzwarenhändlers (mit Rad und einem Koffer voller Knöpfe, Garne... ging es über Land... in schweren Zeiten wurden dabei die Bauern nach Kartoffeln, Eier...gefragt und der Familie Essen mit nach Hause gebracht), wurde als eins von drei Kindern seiner Eltern 1930 geboren. 1936–1944 drückte er die Schulbank, schloss danach eine Lehre zum Werkzeugmacher an. „Ich war noch so ein kleiner Knopp, dass mir der Meister beim feilen etwas untergestellt hat damit ich arbeiten konnte....“ erzählt er heute lachend. In mehreren Firmen arbeitete er folgend, lange Zeit auch in Montagetätigkeit. Irgendwann des Herumreisens müde nahm Werner Eppendörfer im Silizium-Werk Freiberg die Arbeit auf und blieb hier bis 1991 in seinem Beruf tätig. Der ehemals aktive Hockey-Spieler des Sportvereins Lok Freiberg erinnert sich gerne an seine Spieler-, aber auch als seine Trainer-Zeit für den Nachwuchs. Befragt dazu, was sie stolz macht, wenn sie auf ihr Leben zurückschauen, antwortet Ursula Eppendörfer: „Unser Enkel Marin hat uns immer glücklich gemacht. Er war viel und gerne bei uns und kommt heute noch, obwohl er in München wohnt.“ Während sie in ihrem „Troll“ rätselt, studiert Werner Eppendörfer ausgiebig die Zeitung. „Ich muss doch wissen, was in der Welt los ist....“ begründet er diese Leidenschaft. Die Eheleute wünschen sich lange Gesundheit, damit sie noch Zeit miteinander verbringen und möglichst viele runde Geburtstage mit Freunden und ehemaligen Kollegen feiern können. „Es geht nach dem Motto: Man muss die Feste feiern wie sie kommen, es könnte für jeden jetzt immer das letzte sein...“ begründet Werner Eppendörfer bodenständig. Vor allem will er aber auch fit bleiben, um ja nicht das von ihm so sehr geliebte Autofahren aufgeben zu müssen. „Ich habe mal immer gesagt, ich werde 90 und alle haben gelacht...nun ist es nur noch ein Jahr bis dahin...“ blickt er abschließend auf sein langes Leben zurück.
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