MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erika Erler
Lächeln in Gesichter zaubern
Landwirtin i. R.
Falkenhainer Str. 19
09648 Mittweida OT Ringethal
Fon: 03727 / 91765
Ohne andere Menschen ist es beinahe unmöglich, mit der eigenen Existenz etwas zu bewirken. Ein eigenständiges Individuum und trotzdem Teil des Großen und Ganzen zu sein ist wunderbar und die schönste Wirkung, die man hervorrufen kann, ist ein Lächeln in das Gesicht des Gegenüber zu zaubern.
Erika Erler liebt die Gesellschaft anderer Menschen, stellt stets ihre Hilfsbereitschaft zur Verfügung und ist gern für andere da. Am 26.05.1935 erblickte sie – ein Bruder war schon geboren worden – gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester das Licht der Welt. Ohne jegliche moderne Hilfsmittel wie Wegwerfwindeln oder Fertigbrei hatte es insbesondere die Mutter sehr schwer. Da beide Elternteile in der Landwirtschaft arbeiteten, nahm die Mutter bis zum zweiten Lebensjahr ihrer Töchter ein Kindermädchen in Anspruch. Doch auch die Folgejahre gestalteten sich hart. Die Zwillinge waren erst 12 Jahre alt als der Vater im Alter von nur 44 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung verstarb und auch vom Kriegsgeschehen blieben sie nicht verschont.
In schwerer Zeit musste die Landwirtschaft dennoch am Leben erhalten werden. Unterstützung bekam die Mutter von ihrem Sohn, der Großvater fasste mit zu und natürlich mussten auch die Mädchen mithelfen. Nach der Schule blieb Erika Erler weiterhin auf dem elterlichen Hof.
Ihren späteren Ehemann Siegfried hatte sie schon im Tanzsaal gesehen. Um dorthin zu gelangen, setzten sie mit der Fähre über – ein Ereignis, an das sie sich sehr gern erinnert. Besser kennen gelernt hat sie ihren Siegfried allerdings erst, als ihr Bruder dessen Schwester heiratete.
1956 heiratete sie ihren Siegfried, der ebenfalls als Landwirt tätig war, zog zu ihm und bewirtschaftete dessen Hof, der über 15 ha Fläche umfasste. Doch schon 1960 mussten sie der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft beitreten. Erika Erler ging in den Ackerbau, ihr Mann fungierte als Arbeitsgruppenleiter. 1973 ging der Wechsel von Typ I zu Typ III vonstatten und sie ging in die Jungviehbetreuung.
Um von etwas günstigeren Arbeitszeiten profitieren zu können, nutzte sie ab 1983 ihren neuen Arbeitsplatz an der Rezeption in der Jugendherberge von Falkenhain, übernahm nach der Wende zusätzlich die Verpflegung der Kinder und Jugendlichen und nutzte 1991 bis zur Erreichung des Rentenalters eine Altersübergangsregelung.
Langeweile kam allerdings nie auf. Sie unterstützte ihren Sohn Dietmar bei landwirtschaftlichen Aufgaben. Tochter Karin ist Chefsekretärin und vier Enkel gehören ebenfalls zu ihrem Leben.
Erika Erler ist aufrichtig und verständnisvoll, verspürt bei Aufenthalten in der Natur pures Glück und zaubert nach wie vor gern ein Lächeln in das Gesicht ihres Gegenübers.