MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marianne Englisch

Ein Kaffeetrinken beim Pfarrer

Marianne Englisch

und Ludwig Gschwendtner
Damenschneidermeisterin i. R.
Dipl.-Ing. für Schwermaschinenbau und EDV i. R.
Sauerbruchstr. 5
04552 Borna

Er überzeugt durch Korrektheit und Großzügigkeit. Mit dem Pendent ihrer lebensbejahenden Art ergänzt sich das Paar wunderbar und Wunsch ist es, noch viele Jahre gemeinsam gestalten zu können. Seine Eltern stammten aus dem Bayrischen Wald und siedelten der Arbeit wegen nach Sachsen um. So wurde Ludwig Gschwendtner am 01.02.1940 in Deutzen geboren. Gern erinnert er sich seiner Kindheit, der Spiele mit Freunden und ergänzt scherzhaft: „Gestört hat nur die Schule.“ Diese beendete er 1954 und absolvierte eine Schlosserlehre. Da ihn der Tauchsport interessierte, beabsichtigte er, zur See zu fahren. Dies ergab sich damals nicht. Ebenso an Motorsport interessiert, gelangte er zur motorisierten Infanterie, verliebte sich in Henriette und wurde, gerade 20-jährig, schon Vater. Nach der Armee begab er sich zur Polizei, nahm mit 23 Jahren ein Direktstudium auf und erhielt den Abschluss als Schweißingenieur. Danach nahm er im Schweißgerätebau Leipzig eine Stelle an, suchte jedoch nach Möglichkeiten, den Arbeitsweg zu verkürzen und widmete sich dem sehr jungen Sektor der elektronischen Datenverarbeitung. In Doppelbelastung nahm er an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt ein Abendstudium für Schwermaschinenbau und EDV auf, wurde im Braunkohlenkombinat Borna Abteilungsleiter des Rechenbetriebes und führte 90 Mitarbeiter. Nach der Wende formierte sich der Betrieb zur Mitteldeutschen Braunkohle AG. Ludwig Gschwendtner setzte sich mit den Gesetzlichkeiten der Arbeitnehmervertretung auseinander und wurde im Zusammenhang mit der personellen Zuordnung im Jahre 1993 zur Mitteldeutschen Braunkohlenverwaltung und Wahl in die Arbeitnehmervertretung als freigestellter Betriebsrat gewählt. Neben vielen komplizierten und oft nicht leicht zu lösenden Aufgaben im Kollektiv des Betriebsrates ging vor allem die Bildung der Jugend- und Auszubildendenvertretung sowie die Schaffung der Behindertenvertretung im Unternehmen auf seine Tätigkeit zurück. Er arbeitete bis zur Rente als Betriebsrat und kann auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken. Marianne Englisch wurde am 21.07.1937 in Borna geboren. Auch ihre Eltern stammten aus dem Bayrischen Wald. Mit ihrer späteren Ausbildung zur Schneiderin hatte sie das Glück, Hobby zum Beruf machen zu können. 1958 lag das Meisterstudium hinter ihr. Als sich drei private Schneider mit den Schneidereien der Handelsorganisation zu einer Genossenschaft zusammen schlossen, avancierte sie zur Chefin der Damenschneiderei und bildete Lehrlinge aus. Im Zusammenhang mit den veränderten Marktbedingungen nach der politischen Wende kam es schließlich 1993 zur Liquidation der Schneider-PGH. Sie begab sich deshalb, trotz Erkrankung ihres Mannes Edgar, in die Selbstständigkeit und schloss ihr Geschäft 1999, um Mutter und Mann pflegen zu können. Beide Ehepartner verstarben. Marianne Englisch und Ludwig Gschwendtner kannten sich schon als Kinder – eine Zeit, in der sie ihm keine Beachtung geschenkt hatte. Dies änderte sich als sich die Beiden zu einem Kaffeetrinken beim Pfarrer einfanden. Sie wurden ein Paar. Gern verbringen sie Zeit mit ihren Söhnen Mathias und Olaf sowie mit seinen Kindern Cosett und Robert. Von besonderer Bedeutung in ihrer Partnerschaft ist, dass sie sich beiderseitig befruchten. Sie sind froh, sich gefunden zu haben.
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