MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerd Erdmann

Gesucht und gefunden

Gerd Erdmann

Stellmachermeister und
Karosseriebaumeister i. R.
Am Weiler 5
04769 Mügeln OT Gaudlitz
Fon: 034362 / 32235

„So ihr mich von ganzem Herzen suchet, so werde ich mich von euch finden lassen.“ Sein Konfirmationsspruch wurde zum Begleiter auf einem Lebensweg, auf welchem er von vielen Menschen ganzen Herzens gesucht und gefunden wurde. Mit Leib und Seele Handwerker, fanden ihn jedoch auch viele Leute, die seine sprichwörtlichen Meisterleistungen gern in Anspruch nahmen. Gerd Erdmann wurde als ältester von drei Brüdern und zwei Schwestern am 13.10.1939 in Gaudlitz geboren. Vater war Stellmachermeister und Landwirt und bei ihm absolvierten alle drei Jungs ihre Stellmacherlehre. Vater traf allerdings eine kluge Entscheidung, indem er verkündete: „Ihr lernt bei mir, danach werdet Ihr weitere Erfahrungen in anderen Firmen sammeln.“ So begab sich Gerd Erdmann nach der Ausbildung nach Döbeln zur Firma Altenkirch, wobei der Chef gleichfalls als Obermeister der Stellmacher im Kreis Döbeln fungierte. Nach dessen Tod arbeitete er in einem Landwirtschaftsbetrieb, bildete sich in seinem Bereich weiter, erhielt 1961 den Stellmacher-Meisterbrief und absolvierte eine Zusatzausbildung zum Karosseriebauer. 1977 kehrte Gerd Erdmann in den väterlichen Betrieb zurück und ein Wunsch ging in Erfüllung, was ihn zu DDR-Zeiten selbst überraschte. Vom Rat des Kreises erhielt er seinen Gewerbeschein, allerdings unter der Bedingung, sich auf Trabantkarossen zu spezialisieren. Er übernahm das väterliche Unternehmen und jetzt waren Vater und Brüder bei ihm angestellt. Sein Betrieb wurde sogar Vertragswerkstatt für Trabantkarossen und trotz Materialmangel entwickelte sich das Unternehmen prächtig.. Mit der Wende brach alles zusammen. Niemand wollte mehr Trabbi fahren. Vater war 1980 verstorben, doch die drei Brüder gaben nicht auf und hielten sich u. a. mit dem Bau von Toren über Wasser. Schnell erwarb Gerd Erdmann eine Richtbank, sah neue Chancen, wuchs in die Feinheiten aller Autotypen hinein und sein Zuständigkeitsbereich umfasste nun vom Trabbi bis zum Mercedes alle Marken. Seine Brüder leben nicht mehr. 2015 hat Gerd Erdmann sein Gewerbe abgemeldet und ist stolz darauf, jedem Kunden geholfen zu haben, auch wenn das Problem riesig erschien. Stets seine Unterstützung anbietend, half er so manchem. Schon seit 1953 gilt seine Leidenschaft der Imkerei, welche er nach der Wende stark reduzieren musste. Er hatte keine Zeit mehr dafür. Imkern wird er allerdings bis zum letzten Atemzuge und sein Honig ist sehr begehrt. Auch gilt er als Zentrum des Familienlebens. Einladungen zu seinen Geburtstagen spricht er nicht aus, trotzdem erscheinen immer viele Gäste, von denen sich Gerd Erdmann natürlich gern finden lässt..
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