MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Renate und Hans Esch

Mit Stolz auf eine erfülltes und produktives Leben zurückblicken

Renate und Hans Esch

Instandhaltungsmeister i. R.
Ingenieur-Ökonomin i. R.
Zur Kranichau 15

04769 Mügeln OT Neubaderitz
Fon: 034362 / 32309

Hans und Renate Esch heiraten 1964, im Jahr 1963 wird die Tochter Simone geboren, die als Kita-Leiterin arbeitet, der 1969 geborene Sohn Thomas ist Teamleiter in Döbeln. Hans Esch wird 1942 im ostpreußischen Passdorf geboren und ist zwei Jahre mit der Mutter auf der Flucht, diese stirbt später im Alter von 57 Jahren. Im Jahr 1959 schließt Hans Esch eine Schlosserlehre ab, kann sich dem Werbern der Armee nicht entziehen und dient schließlich drei Jahre bei den Seestreitkräften in Stralsund, das er als „Grab meiner Jugend“ bezeichnet. Hier erlebt er den Mauerbau und 1962 die Kuba-Krise sowie Fluchtversuche über die Ostsee mit. Im Januar 1963 fängt Hans Esch im Kaolinwerk als Reparaturschlosser an, besucht später einen Meisterlehrgang und tritt als Tenorhornist in die Blaskapelle ein. Er ist hier insgesamt 33 Jahre lang beschäftigt Als technischer Einkäufer muss er in den Jahren der DDR unter den Bedingungen der Mangelwirtschaft die dringenden Ersatzteile besorgen, was oft ein abenteuerlicher Tauschhandel ist. Nach 1990 erlebt Hans Esch, wie ein westdeutscher Unternehmer den Betrieb kauft und ihn modernisiert. Die Belegschaft schrumpft von tausenden Mitarbeitern auf 80-90. Nach der eigenen Kündigung arbeitet Hans Esch als Leiter eines großen Lagers in Ostrau, diese Arbeit macht ihm sehr viel Spaß. Renate Esch wird 1942 im sächsischen Crellenhain geboren und verlebt mit ihrem Bruder eine behütete Kindheit. Ihren Mann kennt sie bereits seit dem Kindergarten, sie besuchten beide die gleiche Schule in einer Klasse. Zur Konfirmation von beiden kam es dann von einer Frau zu dem Ausruf: Die beiden heiraten einmal.“. Anzumerken ist noch, dass Renate den Hans in der Schule nie ausstehen konnte. Mit dem Pionierensemble Mügeln nehmen beide an den Weltfestspielen 1953 in Bukarest teil. Dieses Erlebnis kann man eigentlich nie vergessen. Von 1961–1962 sitzt der Vater von Renate Esch wegen angeblicher Veröffentlichung politischer Witze im Gefängnis. Dieser glaubt nie an die Endgültigkeit der DDR. Allerdings stirbt er bereits im Februar 1989, so dass er nicht mehr die Genugtuung erleben kann, den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung zu erleben. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse beginnt Renate Esch 1958 eine Lehre als Bürokauffrau bei der EKO (Erstlings- und Kinderbekleidung Oschatz), wo sie 33 Jahre – bis 1991 – bleibt. In dieser Zeit bei der EKO absolviert Renate Esch ein dreijähriges Fernstudium zum Ing.-Ökonom. Dies trotz Arbeit, Haushalt und den Kindern. Nach 1990 setzt das Getuschel der Kollegen ein, wer gehen muss, was ihr bis heute als ein Albtraum erscheint. Nach ihrer eigenen Entlassung findet sie trotz einer Umschulung keine feste Arbeit mehr. Bis heute denkt Renate Esch an das gute Betriebsklima bei der EKO zurück, erinnert sich aber auch an Manipulationen. Für Exporte in den Westen werden die DDR-Aufdrucke entfernt und Aufdrucke von westlichen Firmen eingesetzt. Seit 2002 ist Renate Esch Rentnerin und will mit ihrem Mann Hans noch viele Jahre bei guter Gesundheit zusammenleben. Stolz sind Renate und Hans auch auf ihre beiden Enkelkinder mir deren Familien und den Urenkeln. Ein Höhepunkt im Leben des Ehepaars war der Bau eines Eigenheimes der Tochter mit dem Schwiegersohn, wo beide eine Einliegerwohnung bezogen haben.
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