MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erika und Degenhard Eppisch
Ein „Degen“ zum Verlieben
Buchhändlerin, Assistentin im Herbergswesen
Schmied, Schwimmmeister,
selbstständiger Unternehmer
Talsperrenstr. 9
09648 Mittweida-Falkenhain
Erika und Degenhard Eppisch sind seit langem ein Paar. Von seiner Frau liebevoll Degen genannt, lernten sie sich 15-jährig in einer Laienspielgruppe kennen.
Sie ist aufgeschlossen, lustig und ein großes Organisationstalent. Er, geradlinig und charismatisch, hat vor nichts Angst und ruht tief in sich selbst. Und Freunde klarer Worte sind die Eheleute ohnedies.
Geboren wurde Erika Eppisch am 19.12.1951 in einem christlich orientiertem Elternhaus in Oelsnitz / Erzgebirge. Von Kindheit an interessierte sie sich für Historie, Ausgrabungen und Naturvölker, wäre gern Archäologin geworden, machte dann jedoch ihre Affinität zu Büchern zur Basis der beruflichen Zukunft. Die Lehre zur Buchhändlerin absolvierte sie in Leipzig an der geschichtsträchtigen DBL (Deutsche Buchhändler Lehranstalt) – der einzigen Schule der DDR, die diesen Beruf ausbildete.. Nicht nur die gute Ausbildung prägte. Diese 2 ½ Jahre gehören mit zu den schönsten des Lebens. Relativ ideologiefrei, lernten auch Pastorenkinder, die nicht studieren durften, an dieser Schule und des Öfteren standen Theaterbesuche oder der Besuch der Motette des Thomanerchores sozusagen auf dem Freizeitstundenplan.
Ihr Degen, geboren am 11.08.1949 im gleichen Ort wie seine Frau, war mit seinem Beruf als Schmied nicht mehr glücklich. So nutzte das Paar eine andere Chance. Ein Schwager leitete die Jugendherberge Falkenhain an der Talsperre Kriebstein. Dorthin begaben sie sich. Gerade sollte aus einer Zeltjugendherberge eine Bungalowanlage entstehen. Eppischs halfen bei der Gestaltung und dem Aufbau mit. Erika übernahm die Rezeption, Degenhard baute Bungalows und ließ sich später zum Schwimmmeister ausbilden. Zu Beginn selber im Bungalow lebend, errichteten sich Eppischs nebenbei ein schönes Eigenheim.
Bis 2009 blieb sie ihrer Wirkungsstätte treu, doch Degen verlangte es nach Neuem. Von 1980–1983 ging er zum Fischfang, nachdem er zuvor von der Staatssicherheit überprüft wurde, wie er später erfuhr. Keine Westverwandtschaft, Familie und ein gerade erbautes Eigenheim – da stufte man ihn als unbedenklich ein. Nur jedes ¼ Jahr gab es Urlaub. Deshalb übernahm er die Leitung des Ferienheimes Falkenhain der Generaldirektion der Wismut. Als Parteiloser, der niemals der SED beigetreten wäre, schaffte es der zielorientierte und sich nie verbiegende Idealist, die Stelle doch zu bekommen und bis 1991 zu bekleiden.
Bis 1993 machte er sich mit einem Apothekenservice gezwungenermaßen selbstständig. Als dringend Baumpfleger gesucht wurden, die nicht unter Höhenangst leiden, widmete sich der ambitionierte Bergsteiger diesem Beruf. Doch Degenhard Eppisch bekam gesundheitliche Probleme, aber auch eine Vorfußamputation konnte seinen Charakter nicht brechen. Bis 2012 arbeitete er als Schwimmmeister in Mittweida.
Etwas verrückt nach Karneval, sind Eppischs seit Jahrzehnten aktiv im Verein. Sie haben eine Tochter sowie zwei Enkeltöchter und beginnt das närrische Treiben, sind drei Generationen auf Bühne und Tanzboden anzutreffen. Erika als ehemalige Programmgestalterin und Degenhard als früherer Minister sind darauf sehr stolz und empfinden es als großes Glück, gemeinsam mit ihren Kindern agieren zu können.