MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ruth Eschke

Arbeitsam und sparsam – eine berufstätige Mutter von fünf Kindern

Ruth Eschke

Karl-Liebknecht-Str. 9
06774 Muldenstein
Fon: 03493 / 57492

Das Mädchen Ruth, 1937 als Tochter eines Schlossers und einer Kesselwärterin geboren, beendete 1951 die 8-klassige Schule und wäre gerne Dreherin geworden. Doch die schwere körperlich Schichtarbeit hätte das 13 ½ -jährige Mädchen überfordert. Und so wies man ihr eine Lehrstelle zur Wirtschaftspflegerin zu, von der sie heute sagt, dass es wohl mehr eine Beschäftigung, als eine Ausbildung war. Um Geld zu verdienen, entschied sie sich mit 18 Jahren, in einem Produktionsbetrieb (CKB Bitterfeld) zu arbeiten. Als sie 1959 Klaus Eschke (Kessel- und Behälterbauer) heiratete, war sie bereits Mutter von Sohn Siegfried und vier weitere, gemeinsame Söhne (Peter, Ralf, Dieter und Holger) vervollständigten die Familie in den Folgejahren. Ruth Eschke unterbrach ihre Berufstätigkeit, denn die Schichtarbeit und die Familie unter einen Hut zu bringen war nahezu unmöglich. Zum Familienetat trug sie trotzdem bei. Früh um vier ging sie los zum Tee sammeln und wenn die Kinder in die Schule mussten, war sie mit ihrem „Sack voll Birkenblättern, Huflattich, Johanniskraut und Scharfgarbe“ zurück. Der Verkauf des im Hof getrockneten Tees wurde gespart für den jährlichen Urlaub und die Anschaffung neuer Bekleidung für die Kinder. 1969 ging sie wieder zurück in die volle Berufstätigkeit, arbeitete als Kesselwärterin im Kraftwerk Muldenstein und absolvierte eine entsprechende Qualifizierung dafür. Im Sommer war das nicht anstrengend, erzählt sie und davon, in der Nachtschicht Socken gestopft zu haben – in Zeiten mit weniger Überfluss notwendige Selbstverständlichkeit eine jeden Hausfrau. Doch im Winter, wenn die Kohle eingefroren war, wurde die Arbeit körperlich sehr anstrengend und war sie bis zu ihrer Entlassung in den Vorruhestand 1993 voll gefordert. Aber die Arbeit wurde gut bezahlt, berichtet sie und spricht von 600 Mark, von denen man damals normal leben konnte und die bei der jetzigen Rentenberechnung keine üppigen Beträge begründeten. Für die Beibehaltung der Tradition des jährlichen Urlaubs reicht es trotzdem und den lassen sich die Eschkes auch nicht nehmen. Die innerdeutschen Ziele haben sich nach der Wende um Reisen nach Zypern, Mallorca, in die Türkei, nach Griechenland, Kreta, Norwegen (33 x !), Lanzerote, Gran Canaria......erweitert. „Ach, wir waren schon überall“, sagt Ruth Eschke und die Eheleute freuen sich über die dabei angehäuften Erinnerungen, von denen sie heute zehren, weil Klaus Eschke – gesundheitlich bedingt – keine Flugreisen mehr machen kann. Arbeitsam und sparsam hat Familie Eschke ihr Leben bestritten und dafür gesorgt, dass aus den Kindern etwas geworden ist. Heute sind diese ihre Freude. Und wenn alle kommen und die zehn Enkel und drei Urenkel dabei sind, muss ein Raum angemietet werden, um alle unterzubringen. So wird es auch sein, wenn sie 2019 – hoffentlich – die diamantene Hochzeit feiern werden.
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