MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans-Jochen Ernst

Glück und Stärke eines Mannes

Hans-Jochen Ernst

Bahnstr. 2
06116 Halle
Fon: 0345 / 5819132

Als Hans-Jochen Ernst (geb. 1946) mit der 8. Klasse die Schule verlassen und Geld verdienen wollte, fiel das in die Zeit, als in der DDR gerade die 10-Klassen-Pflicht eingeführt wurde. Doch der Absprung gelang und so lernte er 1960–1963 den Beruf eines Gießereifacharbeiters im VEB Pumpenwerke Halle. In schwerer körperlicher Arbeit trug er fortan dazu bei, Pumpen für das In- und Ausland zu produzieren. Grauguß war sein Metier, mit der Hand wurde abgegossen bei unmittelbaren Temperaturen von 1300–1400 Grad. Aus gesundheitlichen Gründen wechselte er 1976 in die TKO (Technische Kontrollorganisation), deren Aufgaben durch die Verordnung für die Entwicklung und Sicherung der Erzeugnisse geregelt war. Er begutachtete nun die Gussstücke, prüfte die ordnungsgemäße Qualität. Mit der Wende und Aufkauf des Betriebes wurden Arbeitsplätze wegrationalisiert, Hans-Jochen Ernst 1992 entlassen. Fortan widmete er sich dem Um- und Ausbau des Hauses, sorgte dafür, dass in dem einstigen Einfamilienhaus drei Generationen wohnen konnten. Seine Frau ist stolz auf dieses Zuhause. Sie, 1950 geboren, lernte ihren Mann 1966 kennen, heiratete ihn 1970. Auch sie hat einen handwerklichen Beruf gelernt, wenn auch mit viel filigraneren Anforderungen: Sie ist Uhrmacherin, lernte in der Uhrmachergenossenschaft Ammendorf nach Abschluss der 10. Klasse zwei Jahre diesen Beruf. Als die Kinder Steffen (geb. 1970) und Yvonne (geb. 1971) zur Welt kamen, ermöglichte ihr der Betrieb vorübergehende Heimarbeit. Sie dankte es mit Treue zum Unternehmen, blieb in diesem bis 1991 tätig. Dann war auch sie von Änderungen durch Umstrukturierungen betroffen. Von den einst 90 Mitarbeitern der PGH wurden nur 30 übernommen, sie war nicht dabei. Vielfältig waren ihre Tätigkeiten von da an. So arbeitete sie in einem Zahnlabor, im Uhrenverkauf mit Serviceleistungen, in der Gastronomie und als Verkäufern an einem Gurkenstand. 2005 endete diese Einsatzbereitschaft jäh mit einer schweren Erkrankung die weiterführend zum generellen Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess führte. Jetzt verbringt Familie Ernst die gewonnene Freizeit gemeinsam. Während Hans-Jochen Ernst – früher 50 Jahre lang im Fußballverein aktiv als Spieler, Übungs- und Mannschaftsleiter – die Gartenarbeit bevorzugt, widmet sich seine Frau der Handarbeit. Er sagt von ihr, sie sei sein Glück und seine Stärke und so werden beide die baldige Goldene Hochzeit in dem Wissen feiern, auch die folgenden Jahre glücklich zusammenzuleben und ihren vier Enkeln Vorbild zu sein in Hinsicht auf Zusammenhalt und gegenseitige Achtung.
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