MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günter Engelhardt

Ein Lehrmeister und eine Laborantin mit Format

Günter Engelhardt

und Annemarie Peters
Vor dem Muldedamm 7
06749 Bitterfeld

Schaut er auf sein Berufsleben zurück, versichert er: „Alles richtig gemacht!“ Der Lehrmeister im Ruhestand Günter Engelhardt aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt lebt zusammen mit Annemarie Peters (Jahrgang 1938, geboren in Sackwitz bei Wittenberg, gelernte Chemielaborantin) in seinem Elternhaus, das Sohn Jörg Peters umgebaut und das Paar selbst mit viel Liebe umgestaltet hat. Beide, die verwitwet sind und jeweils einen Sohn haben (Jürgen, geboren 1957, Elektriker, lebt in Göppingen; Jörg, geboren 1963, Finanzmanager) und sie haben sich 1990 kennengelernt. Günter Engelhardt, 1935 als Sohn eines Schlossers und einer Hausfrau in Bitterfeld zur Welt gekommen, interessierte sich von Jugend an für Technik. Nach dem Abschluss der 8. Klasse lernte er drei Jahre den Beruf eines Büromaschinenmechanikers. Seine Ausbildung begann er in einem Privatbetrieb, der pleite ging, so dass Günter seine Lehre in einem städtischen Ausbildungsbetrieb zu Ende brachte. Ausgelernt als Mechaniker, bekam er keine Stelle und verdiente seine Brötchen zunächst als Aluminiumarbeiter im Chemiekombinat Bitterfeld. Später wurde Günter Engelhardt in eine Mechanik-Werkstatt umgesetzt. Dort arbeitete er drei Jahre und machte anschließend Meisterschule, die er nach zwei Jahren erfolgreich abschloss (1959). 30 Jahre lang bildete Günter Engelhardt Lehrlinge in den verschiedensten Berufen im Chemiekombinat aus. Parallel qualifizierte er sich weiter, absolvierte noch ein Ingenieurstudium, zu dem ein Semester Datenverarbeitung gehörte. Und das zahlte sich aus. So konnte er zusammen mit Fachleuten ein Datenzentrum vom Feinsten in der Berufsschule aufbauen. 1970 war er Teilnehmer einer Arbeitsgruppe, die am Großrechner „Minsk 32“ in Minsk ausgebildet wurde. Bis zur Wende war Günter Engelhardt (verheiratet von 1956-1980, seine Frau starb ein Jahr vor der Silberhochzeit) stellvertretender Hauptabteilungsleiter Polytechnik. Bevor der Bitterfelder in den Ruhestand geschickt wurde, arbeitete er noch zwei Jahre als Betriebsingenieur der chemischen Produktion. Heute ist er stolz auf sein Lebenswerk. Günter Engelhardt engagierte sich viele Jahre erfolgreich im Laienspiel-Kabarett seines Betriebes „Die Säurespritzer“, dessen Kontakte bis nach Berlin reichten. Kochen und Radfahren zählen zu seinen Leidenschaften. Sich bewegen, lautet sein Motto, um bis ins hohe Alter gesund zu bleiben. Lebensgefährtin Annemarie Peters sieht das genauso. Sie liebt Gartenarbeit und löst gern Kreuzworträtsel. Mit 57 Jahren wurde sie als Laborantin in einem Umweltlabor im Chemiekombinat Bitterfeld entlassen, das war hart. Doch Annemarie Peters, deren Ehemann mit 55 Jahren starb (beide waren leidenschaftliche Camper), ließ sich nie unterkriegen. Sie ist eine willensstarke Frau. Voller Stolz spricht sie von ihrer Enkeltochter, die als Steuerfachbeamtin in Berlin-Pankow ihren Weg macht. „Ich möchte gerne noch Uroma werden“, wünscht sich Annemarie Peters. Beide hoffen, dass Frieden auf der Welt bleibt.
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