MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Elsel
Wissen, was auf den Teller kommt
Fleischermeister
Schaltmechanikerin
Obere Lindenbergstr. 23
09306 Rochlitz
Im Tal der Chemnitz, im kleinen Ort Seitenhain wurde Dieter Elsel 1950 geboren. Er wuchs mit zwei Schwestern in Rochlitz auf, besuchte die dortige Muldenschule bis zum Abschluss der 8. Klasse 1965. Beim Muldehochwasser 1954 musste die Familie mit dem Boot gerettet werden. Als Kind züchtete er Hasen und schon in sehr jungen Jahren machte es ihm nichts aus, diese selbst zu schlachten. So war die dreijährige Lehre als Fleischer in der Rochlitzer Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) durchaus nicht abwegig. Kurz nach Abschluss der Ausbildung verpflichtete ihn die Armee zum Grundwehrdienst. Diesen leistete er in Mühlhausen vor allem im sportlichen Bereich ab. Denn als Jugendlicher hatte er beim Spartakiade-Wettbewerb als Leichtgewichtler im Boxsport schon Silber gewonnen können und dem Boxen blieb er auch im Armeesportverein verbunden, als Mitglied der Mannschaft (2. DDR-Liga) und Übungsleiter für den Nachwuchsbereich. Zurück im Zivilleben wirkte er wieder in der PGH des Fleischerhandwerks, ab 1981 als Bereichsleiter Wurstproduktion. Aus der Genossenschaft wurde 1992 die Rochlitzer Fleisch- und Wurstwaren GmbH, 1996 die gleichnamige Aktiengesellschaft (AG). Aus Mitgliedern wurden Gesellschafter bzw. Aktionäre. 1994 hatte Dieter Elsel durch einen Intensivlehrgang in Baden-Württemberg noch einen Meisterabschluss erwerben können. Bis zum Vorruhestand 2013 blieb er in Beruf und Firma. Als Hausschlachter ist er immer noch gefragt.
Beim Tanz hatte er einst seine spätere Frau Adelheid kennengelernt, seit 1969 sind sie ein Ehepaar. Adelheid Elsel, 1950 in Oberelsdorf geboren, wuchs als Älteste im Kreis von vier Geschwistern auf, besuchte erst die Elsdorfer Schule, schloss dann in Lunzenau die 8. Klasse ab. Wegen guter Leistungen dauerte ihre 1965 begonnene Lehre zur Schaltmechanikerin nur eineinhalb Jahre. Ihrem Lehrbetrieb VEB Stern Radio Rochlitz blieb sie auch danach treu, arbeitete wegen der Töchter (Janet 1969 und Mandy 1971) zeitweise nur halbtags. Sie war beim Bau von Kabelbäumen für Telefonanlagen eingesetzt, agierte die letzten zehn Jahre bis zur Abwicklung 1991 im Büro als Lohnschreiberin. Dann konnte sie Umschulungen besuchen, fand Jobs in Kindergarten und Schule, wirkte als Verkäuferin und in einer Gärtnerei. Ab 2001 hatte sie für zehn Jahre im Imbiss „Bauernstube“ bis zum Renteneintritt noch interessante Jahre. Vier Enkelkinder sind der Familie zugewachsen.