MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rudolf und Marianne Engert
Schlossherr mit Verantwortung
Jugendherbergsleiter, Rentner
Arnsdorfer Str. 18
09328 Rochsburg
Seine schönste berufliche Zeit waren die sechzehn Jahre, in denen er als Herbergsvater auf dem Schloss Rochsburg tätig sein durfte. 1937 war Rudolf Engert in Langenleuba-Oberhain (im sächsischen Kreis Rochlitz) geboren worden. Sein Vater arbeitete bei der Deutschen Reichsbahn, die Mutter betreute die kleine familiäre Landwirtschaft, in der die fünf Geschwister selbstverständlich helfen mussten. Rudolf Engert besuchte von 1943 bis 1951 die Oberhainer Schule und absolvierte danach eine zweijährige Lehre als Maschinenschlosser in der Peniger Maschinenfabrik. Nun war er lange Jahre als Anreißer im Werk tätig, engagierte sich im Jugendverband FDJ, einige Jahre auch als Vorsitzender der betrieblichen Grundorganisation, und im Jugendchor. Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) brachte ihn zur Arbeit mit der Jugend, bis 1974 wirkte er in ihrem Auftrag in Rochlitz. Dann ging es einige Kilometer hinauf im Muldental auf die Rochsburg, die, seit dem 12. Jahrhundert nachgewiesen, mit kleinen Unterbrechungen zwischen 1911 und 1998 als Jugendherberge diente. Rudolf Engert kümmerte sich mit seiner Frau, die als Wirtschaftsleiterin agierte, um die Betreuung und Versorgung der jugendlichen Besucher. Besonders beliebt war die Burg bei den Sängern und Instrumentalisten sächsischer Chöre und Orchester, die dann den Einwohnern des Ortes Rochsburg viele schöne kostenlose Konzerte bieten konnten. Über der Schlosskapelle hatten die Herbergsleute in jenen Jahren, bis sie 1988 ins neu gebaute Eigenheim ziehen konnten, ihr Zuhause. Mit dem Ende der DDR sollte sich Rudolf Engert hier nicht mehr gebraucht fühlen, arbeitete in den Folgejahren ab 1990 für den Landesverband Sachsen des Deutschen Jugendherbergswerks als Vorsitzender in Chemnitz. 1995 setzten gesundheitliche Probleme seinem beruflichen Wirken ein Ende. Heute sorgt sich Rudolf Engert um die Gesundheit seiner Frau Marianne (Heirat 1958), freut sich mit ihr an Tochter Rita (Jahrgang 1957) und Sohn Jens (1967), an den fünf Enkeln und acht Urenkeln. Siebzehn Jahre war er Vorsitzender des Rochsburger Faschingsclubs. Noch heute ist er einer der „Fröhlichen Sänger von Rochsburg“, die auch beim Mittelsächsischen Kultursommer ihre Chorauftritte hatten. Seine Holzbastelarbeiten (er wäre gern Tischler geworden) finden Beachtung. Nur die geliebten Ungarnreisen (vor und nach der Wende) sind gesundheitlich leider nicht mehr möglich.