MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ralf Engelhardt
Ein Heim – aber ständig unterwegs
Baustoffprüfer
99095 Erfurt
Das Familieneigentum bindet Ralf Engelhardt bis heute an das Haus im Erfurter Stadtteil Stotternheim, wo er 1962 geboren wurde. Doch mit dem frühen Entscheid für einen Beruf in der Baubranche war wohl vorgeprägt, dass er unterwegs sein würde – bis heute. Schon in der Schulzeit (Polytechnische Oberschule, Abschluss 10. Klasse) gab es damals üblichen praktischen Unterricht im Kreisbaubetrieb, als Schüler verdiente er gelegentlich auf dem Bau erstes eigenes Geld. Die zweijährige Lehre zum Baufacharbeiter absolvierte er im Baubetrieb der Deutschen Reichsbahn. Im 2. Lehrjahr ging es schon auf Montage, bei den Arbeiten auf dem Bahnhof Berlin-Schönefeld lernte er seine Frau Regina kennen, die Apoldaerin jobbte damals im Baubüro. Ralf Engelhardt konnte seinen Abschluss als Industriemeister Hochbau erwerben. Im Alter von sechsundzwanzig Jahren, die Familiengründung lag bereits hinter ihm (Heirat 1987), griff ihn noch die Armee. Nach Ende des Grundwehrdienstes wurde er zur Bahnmeisterei Erfurt übergeleitet, die Familie, 1988 und 1990 wurden die Töchter Katja und Karla geboren, hieß ihn erstmals das ruhelose Leben auf Montagebaustellen aufgeben. Von der Bahn wechselte er Ende 1991 zur Betonprüfstelle einer Hamelner Firma, die in Stotternheim eine Niederlassung eröffnet hatte. Nach spezieller Zusatzausbildung und Prüfung ist Ralf Engelhardt nun auf Baustellen und in Betonwerken als Baustoffprüfer unterwegs. Dies blieb so, als der Chef sich selbständig machte, ihn zur Überwachung von Betonwerken und Fertigteilwerken in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt delegierte. Nach sieben Jahren wechselte er für wiederum sieben Jahre zur Fa. Betotech in Erfurt-Vieselbach und nochmals folgten, als die Zuständigkeitsbereiche von Großfirmen geteilt wurden, sieben Jahre für die Fa. Schwenk, er war nun vor allem auch bei Tunnelbauten unter dem Thüringer Wald im Einsatz. Seitdem ist Ralf Engelhardt meist für vierzehn Tage (zwischendurch eine Woche zu Hause) im Südwesten Deutschlands zugange, der Komplex des einst sehr umstrittenen Projekts Stuttgart 21 fordert ihn bei der Realisierung der kilometerlangen Tunnelanlagen der Neubaustrecke Ulm–Stuttgart. Seine Frau Regina blieb mit Ausnahme der Babyjahre bis zum Jahr 2000 Büroangestellte der Reichsbahn, dann Deutsche Bahn AG. Später wirkte sie sieben Jahre in einem Versicherungs- und Finanzierungsbüro.
Zwei Enkelinnen konnten schon in der Familie begrüßt werden.