MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Joachim Engler
Dem Dienst verpflichtet
Joachim Engler
Berufssoldat
99099 Erfurt
Joachim Engler wurde am 15.09.1936 in Dresden geboren und wuchs im nahe gelegenen Grünberg auf. Von 1942–1950 besuchte er die Schule und erlernte in Langebrück das Schneiderhandwerk. Durch den Umzug seiner Eltern nach Dresden musste er diese Lehre aufgeben und absolvierte im VEB Bauunion eine 2,5 Jahre währende Ausbildung zum Maurer. Danach arbeitete er bis 1954 als Geselle beim Flughafenbau in Cottbus, im Anschluss daran war er beim VEB Bauunion Leipzig im Sportforum tätig. 1955 ging er zur Kasernierten Volkspolizei nach Eggesin, hat sich dort zum Unteroffizier anwerben lassen und baute 1956 die NVA mit auf. Noch vor seiner Armeezeit hatte Joachim Engler 1955 seine zukünftige, aus Erfurt stammende Frau Gerda (*1935, Krankenschwester) im Rahmen einer Kur kennengelernt. 1958 heiratete das Paar und bekam mit Andreas (*1959), Veit (*1963), Steffen (*1964) und Sabine (*1970) vier Kinder. 1959 konnte sich Joachim Engler armeedienstlich zum Artillerieregiment-4 nach Erfurt versetzen lassen, wo seine Familie jetzt lebte. Er diente sich zum Stabswachtmeister hoch, ab 1962 zum Steiger der Artillerie und war als Hauptfeldwebel und Artillerie-Zugführer tätig. 1968–1969 besuchte er die VHS und absolvierte die 10. Klasse. Die technische Unteroffiziersschule in Prora besuchte er 1972 und legte die Prüfung "Meister der chemischen Industrie" ab. Er verrichtete dann seinen Dienst als Schirrmeister in der Raketenabteilung Erfurt. Joachim Engler war verantwortlich für Pionier– und chemische Dienste. 1985 wurde er ins Divisionslager-4 nach Marbach versetzt. Sein letzter Dienstgrad war Stabsoberfähnrich. Im Zuge der Wende endete das Dienstverhältnis am 31.12.1989 apprupt. Joachim Engler lebte anfangs von der befristeten erweiterten Versorgung der NVA und kleineren beruflichen Zwischenstationen bei der Zeitung und einer Spedition, bevor er von 1992 bis zu seiner Pensionierung 1999 das Angebot eines privaten Sicherheitsunternehmens in Frankfurt am Main annahm. Auch als Rentner blieb er noch lange aktiv und war tageweise in einem Erfurter Parkhaus beschäftigt. Seit seinem 70. Lebensjahr gönnt er sich nun etwas mehr Zeit, die er vorrangig mit seiner Gerda und der großen Familie verbringt. „Mit unseren vier Kindern, acht Enkeln und sechs Urenkeln ist bei uns immer etwas los“, erzählt Joachim Engler und freut sich vor allem auf die regelmäßigen Treffen, auch im Geschwister- und Kollegenkreis, die ihn und seine Frau heute erfüllen. „Zwei der acht Enkel sind nach dem Ableben der Frau unseres Sohnes Veit (im November 1993) zu einem Großteil bei uns aufgewachsen“, sagt Gerda Engler, die ihnen versuchte, Großmutter und Mutter in einer Person zu sein. „Der Familienzusammenhalt und das aus allen etwas geworden ist, macht uns sehr stolz“, gestehen beide. Heute bastelt und liest Joachim Engler sehr gern und hofft, bei guter Gesundheit noch einige Jahre mit seinen Lieben genießen zu können.