MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Joachim England

Wichtige Entscheidungen stets selbstständig treffen

Joachim England
Diplom-Meteorologe

Budapester Str. 49
01069 Dresden

Joachim England ist ein Mensch, der auch in schwierigen Situationen stets positiv denkt. Damit hat er sein Leben bisher sehr erfolgreich gemeistert, was ihn mit Stolz erfüllt. Negativ eingestellte Menschen mag er überhaupt nicht. Eine feste Tradition ist für ihn der regelmäßige Frühschoppen bei guter Swingmusik. Er freut sich stets auf das Essen im Kreise seiner Familie am Karfreitag und auf das Treffen mit ehemaligen Kollegen jedes Jahr am 1. April. Joachim England kommt 1931 in Dresden zur Welt, der Vater ist als Buchhalter tätig, die Mutter führt den Haushalt, zur Familie gehören noch drei Geschwister. Die berufliche Laufbahn beginnt mit einem Thermometer, das er sich als Kind kauft. Am Gymnasium Dresden-Plauen legt der junge Mann 1950 das Abitur ab und studiert ab 1951 Meteorologie in Leipzig. Sein Studium finanziert er sich als erster Trompeter einer Profi-Bigband. Nach vier Jahren fängt er beim Seewetterdienst in Warnemünde an, wo er nach nur zwei Wochen für 15 Monate zur Flugwetterwarte in Berlin-Schönefeld versetzt wird. Zurück an der Küste nimmt er von Januar 1957 bis zum April 1958 an zehn Reisen auf dem Fischereihilfsschiff „Robert Koch“ als Meteorologe teil, die teilweise bis ins Nordmeer führen. Joachim England erinnert sich gern daran, dass sich die Kapitäne für seine Mitarbeit stets ausdrücklich bedankten. Im Jahr 1958 wird er auf eigenen Wunsch als Meteorologe zu den Flugzeugwerken am Flughafen Dresden versetzt. Er möchte in der Nähe seiner Mutter sein, die zu dieser Zeit schwer erkrankt ist. Nun ist Joachim England für die Wettervorhersagen verantwortlich, die eine sehr wichtige Rolle bei der Entscheidung über den Erststart neuerbauter Flugzeuge spielt. Dazu kommt die Zuständigkeit für den In- und Auslandsflugverkehr. Als erster gebürtiger Dresdner nimmt der Meteorologe von 1961 bis 1963 an einer Expedition in die eisigen Weiten der Antarktis teil, überwintert dort und beteiligt sich an den Forschungsarbeiten. Nach dem Abschluss der Expedition kann er auf dem Eisbrecher „Ob“ andere Stationen kennen lernen und gerät während dieser Reise auch einmal in Lebensgefahr. Weitere Stationen sind bis 1990 die Flugwetterwarte in Dresden-Klotzsche und anschließend das Wetteramt des Deutschen Wetterdienstes in Radebeul, wo er als Wetteramtsleiter tätig ist. Da er nie der SED angehört hat, wäre in der DDR diese Funktion für ihn tabu gewesen. In den Jahren 1994 und 1995 weilt Joachim England auf dem deutschen Forschungsschiff „Polarstern“ erneut in der Antarktis, seinen 65. Geburtstag feiert er 1996 ganz in der Nähe des Nordpols. Seit 1970 nimmt er auch Lehraufträge an der TU in Dresden wahr und schreibt ein Lehrbuch in zwei Auflagen. Er hat zwei Söhne und ist seit 2009 mit seiner zweiten Frau Astrid, einer Diplom-Ingenieurin verheiratet.
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