MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Cornelia Endler
„Ich mache einfach meine Arbeit“
Inhaberin
Pflegeservice all inklusive
Ignatz-Stroof-Str. 7
06749 Bitterfeld-Wolfen
Fon: 03493 / 513274
Fax: 03493 / 513275
E-Mail: info(at)pflege-allin.de
Sie ist angekommen in dem Beruf, den sie immer ausüben wollte. Schon nach der 10. Klasse hatte die 1959 geborene Cornelia Endler einen Ausbildungsplatz in dieser Richtung vereinbart, doch die Stelle ging ihr verloren, weil der Platz dann doch unvorhergesehen an eine andere Bewerberin vergeben wurde. So lernte sie im Chemiekombinat Bitterfeld, wurde Maschinenbauzeichnerin, qualifizierte sich zum Teilkonstrukteur weiter. Sie arrangierte sich mit ihrer Zweitwahl des Berufes, übte ihn auch gerne aus, bis die Wende ihr – wie vielen anderen Menschen der Region – die Kündigung bescherte. Die Familienplanung war indessen abgeschlossen. Sie hatte 1978 ihren Mann Bernd (Mess- und Regeltechniker) geheiratet, die Söhne Christian (1979) und Georg (1987) waren geboren. Viele Jahre suchte sie Arbeit, ließ sich für bessere Chancen am Arbeitsmarkt zur Bauzeichnerin umschulen, arbeitete in einem Planungsbüro. Doch die Firma wurde abgewickelt, Cornelia Endler erneut arbeitslos. Wieder auf Arbeitssuche, scheute sie sich vor keiner Tätigkeit. „Arbeit schändet nicht, egal was es ist“ war ihr Slogan und so jobbte sie als Verkäuferin, als Zeichnerin, als Sekretärin, absolvierte Weiterbildungen und musste immer wieder Zeiten der Arbeitslosigkeit hinnehmen. Momente, die bitter waren, traurig stimmten. Ab 2005 fand sie verschiedene Anstellungen, arbeitete in kaufmännischen Bereichen bis 2009. Erneut gekündigt, stand die Frage, was tun. Ihr Mann machte ihr Mut, erinnerte sie daran, was sie eigenständig bewegen könnte. Und so entschloss sie sich, selbst einen Pflegedienst zu eröffnen, tat dies bereits sechs Monate später. Nie hätte sie damals gedacht, wie dynamisch sich ihr kleines Unternehmen entwickeln würde, sagt sie heute. Doch Leistung bringt Akzeptanz und leistungsbereit ist sie. Sie leitete nicht nur, sie packt zu. Trotzdem war der Schritt in die Selbstständigkeit mutig, denn für die Zulassung bei der Krankenkasse bedurfte es der Einstellung von vier Mitarbeitern und damit auch der Übernahme von ökonomischer Verantwortung in Größenordnungen, ohne bis dahin schon einen Patienten zu haben! Was so begann, ist heute auf eine Firma mit 36 Angestellten gewachsen, deren Pflege sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Patienten orientiert. Dass Sohn Christian indessen ebenfalls seine Berufung in dem Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers sieht und sensitiven, liebevollen Umgang mit den hilfebedürftigen Menschen pflegt, freut Cornelia Endler besonders. So wird ihr heutiges Unternehmen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einmal zu einem Familienunternehmen in weiteren Generationen entwickeln. Bescheiden kommentiert Cornelia Endler diesen Erfolgsweg mit: „Ich mache einfach nur meine Arbeit.“