MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hanna und Georg Emmel

Mit Brauurkunde von 1829 als Traditionsgaststätte geführt

Hanna und Georg Emmel

Gaststätte „Emmel“
Meuro 13
06905 Bad Schmiedeberg
Fon: 034925 / 70186

Für Hanna Emmel (geb. 1950) war frühzeitig klar, sie würde einst die von der Mutter geführte Gaststätte übernehmen und damit die 1829 (Braurecht wurde verliehen) begründete Familientradition weiterführen. So lernte sie nach der 10. Klasse (1956–1966) den Beruf einer Köchin, arbeitete als solche 1969–1980 im Eisenmoorbad. Die Wochenenden jedoch und manch andere freie Stunde war ihr Können in Mutters Gaststätte gefragt. Ob Erntedankfest, Hochzeiten oder andere Familienfeiern – die Eltern, die noch eine eigene Landwirtschaft nebenher betrieben, waren auf ihre Hilfe angewiesen. So wuchs sie zusehends in das Alltagsgeschäft der elterlichen Gastwirtschaft hinein, übernahm diese 1982 in eigene Regie. Zehn Jahre zuvor hatte sie ihren Mann Georg geheiratet. Für diesen, 1950 geboren, war eigentlich von den Eltern vorgesehen, dass er deren landwirtschaftlichen Betrieb weiterführen sollte. Doch in der Zeit der LPG-Gründungen war man der Weigerung des Vaters zum Beitritt mit Sanktionen begegnet, was die weitere Fortführung des Hofes unmöglich machte und diesen zwangsenteignet verloren gehen ließ. So lernte der junge Georg Maschinenbauer, schloss ein Studium zum Maschinenbau-Ingenieur an. Während dieser Zeit konnte er am eigenen Leib nachvollziehen, was es bedeutete wie einst der Vater ausgegrenzt, unter Druck gesetzt und gemobbt zu werden. Das wollte er sich nicht weiter zumuten, verzichtete auf die weitere Fortbildung und arbeitete in der Erdölraffinerie Schwedt als Werkzeugmacher weiter bis 1971. Die Verbindung zu seiner Frau führte zum Arbeitswechsel in das Stickstoffwerk Priesteritz (1972–1982) und schließlich zum Einstieg in das Familienunternehmen Gaststätte. Lebhaft erinnern sich die Emmels an die Zeit als Kommissionshändler der Konsumgenossenschaft: Ware gab es zugeteilt, Preise waren vorgeschrieben. Edelfleischwaren oder Edelbrände waren Mangelware. Der Gast jedoch erwartete gute Versorgung. Eine Diskrepanz, die nur mit viel Eigeninitiative, Risikobereitschaft und Einfallsreichtum zu bewältigen war. So fuhr man für Semmelmehl und Letscho durch die ganze Republik, besorgten Verwandte in ihren Wohnorten alles was gefragt, aber vom Konsum nicht zu erhalten war. Staatlicherseits stieß das nicht auf Gegenliebe. Wer ertappt wurde, musste mit schwerer Strafe bis zur Inhaftierung rechnen. Mit der Wende war es endlich möglich den Zwiespalt zwischen Muss, Können und Wollen zu schließen, dem Diktat der Konsumgenossenschaft zu entfliehen. Das taten die Emmels dann auch schleunigst, kündigten ihren Kommissionsvertrag zum 01.07.1990. In einem Landgasthof in Bremen ließen sie sich Erfahrungen mit der Marktwirtschaft vermitteln, was ihnen half in der neuen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen. Heute ist die Gaststätte beliebt bei Urlaubern, Tagesausflüglern, Wild-Liebhabern, Jägern, Privatgesellschaften und Gästen der umliegenden Dörfer. Während Tochter Nancy (geb.1972) als Regierungsassistentin arbeitet, sorgt Sohn Björn, mit seiner 16-jährigen Erfahrung in renommierten Häusern, für das leibliche Wohl der Gäste. Auf ihm liegen die Hoffnungen des Gaststättenpaares zur Weiterführung des beliebten Familienunternehmens.
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