MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Horst unbd Gudrun Eidam
„Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut“
Maler
Fleischfachverkäuferin
Auestr. 99
08371 Glauchau
Im westfälischen Herford erblickte sie als Gudrun Näther 1940 das Licht der Welt. Sie wuchs als Einzelkind auf, der Vater fiel dem 2. Weltkrieg zum Opfer. Ein neuer Mann an der Seite der Mutter, der die junge Gudrun später adoptierte, führte sie 1943 nach Grimma. Hier besuchte sie von 1946–1954 die Schule, nur waren die Unterrichtsräume knapp, so wurde oft zwischen den verschiedensten Gebäuden gewechselt. Eine Lehre bei der Konsumgenossenschaft konnte sie nach zwei Jahren als Verkäuferin abschließen. Nach dem Besuch der Fachschule in Leipzig durfte sie sich Fleischfachverkäuferin nennen. Sie arbeitete im Grimmaer Konsumladen, bis sie die Heirat 1960 nach Glauchau führte. Bei einem Kongress der Zeugen Jehovas hatte sie in der Berliner Waldbühne Horst Eidam kennengelernt. Seitdem verband die beiden eheliche Gemeinschaft wie Überzeugung in Glaubensfragen. 1961 wurde die Tochter Ines geboren, so dass Gudrun Eidam für zwei Jahre auf berufliche Tätigkeit verzichtete. Danach begann sie wieder bei der Konsumgenossenschaft, nunmehr in Glauchau, wurde später im Delikat-Laden (Nahrungs- und Genussmittel mit höherem Anspruch und entsprechenden Preisen) eingesetzt. Fleiß und Geschick ließen sie für diese anspruchsvolle Aufgabe in Frage kommen, obwohl sie ideologisch den staatlichen Organen keineswegs passte. Die verhinderten dann, dass die Tochter trotz guter Leistungen eine weiterführende Schule besuchen durfte. Mit dem Ende der DDR schlossen die Delikat-Läden, Gudrun Eidam begann wieder im Einzelhandel, arbeitete in einem Fleischergeschäft. Nur kurze Zeit der Arbeitslosigkeit war zu überbrücken, dann fand sie als Reinigungskraft bei zwei Arztpraxen Menschen, die ihre Arbeit und Persönlichkeit schätzten, so dass sie über das Ruhestandsalter hinaus bis 2008 mit Freude hier ihren Aufgaben nachgehen konnte. Horst Eidam (Jahrgang 1939) ist Glauchauer von Geburt. Doch wuchs er im Nachbarort Niederlungwitz auf, wo er auch die Schule besuchte. Seine Lehre als Maler absolvierte er bei der privaten Firma Schnabel. Der junge Malergeselle wurde dann Mitglied der Produktionsgenossenschaft (PGH) des Malerhandwerks Glauchau. Von allen geschätzt, auch bei vielen Stammkunden beliebt, arbeitete er im Beruf, auch als aus der PGH 1990 die Malerhandwerk Glauchau GmbH wurde. Gesundheitliche Probleme ließen 1995 den Übergang in den Ruhestand geraten erscheinen. Zwei Enkel bereicherten die Familie. Viel Freude fand Horst Eidam auch in der Musik, mit der Geige aus italienischer Werkstatt, die ihm einst sein Großvater besorgen konnte, mit der Mundharmonika oder am Klavier.