MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Claus Eimer
„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“ (Demokrit)
Haidelausigker Weg 52
06847 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 2211446
Im Jahr 1942 in Schlesien geboren verlor der junge Claus Eimer bald seine Heimat. Ein Teil der 4,5 Millionen Schlesier war bereits 1945 vor dem Anrücken der Roten Armee geflohen, ein anderer Teil hoffte noch, es würde nicht zum Verlust der Heimat kommen. Doch nach Ende des 2. Weltkrieges wurde mit der Potsdamer Konferenz das östlich der Oder-Neiße gelegene Gebiet der Provinz Schlesien unter polnische Verwaltung gestellt, administrativ in den polnischen Staat eingegliedert und die Vertreibung der deutschen Bevölkerung begann. 1947 wurde auch die Familie von Claus Eimer vertrieben. Nach einer Woche Güterbahnfahrt folgte eine Zeit im Quarantänelager und die Frage nach dem Wohin. „Keiner wollte uns“ erinnert sich Claus Eimer und daran, dass diese Misere begleitet war von völliger Mittellosigkeit und scheinbarer Perspektivlosigkeit. Der Überweisung nach Mosigkau (16 qm für fünf Personen) folgte 1951 der Umzug nach Dessau. Bei seiner Einschulung in Mosigkau erhielt er eine Schultüte – oben gefüllt mit Kartoffeln – über die er sich sehr freute, denn das bedeute für die Familie sich wieder einmal satt zu essen. Vier Kinder in der Familie waren Grund nach Schulende schnell ins Geldverdienen kommen zu wollen um die Familie kostenmäßig zu entlasten. Im VEB Abus Dessau lernte Claus Eimer drei Jahre den Beruf eines Drehers, ging dann freiwillig 1960–1962 zur Armee – Zeit des Mauerbaus und der Kuba-Krise. Zurück im Betrieb folgte er dem Aufruf: „Werktätige werdet Lehrer“ und studierte fünf Jahre am Institut für Lehrerbildung in Köthen, ließ sich zum Fachlehrer ausbilden. 1965 heiratete er seine Frau Regina (Sekretärin, Sachbearbeiterin), die Söhne Andreas (1965) und Michael (1966) wurden geboren. Der Jüngste bedurfte auf Grund schwerer Erkrankung von klein auf besonderer Sorge und lebt heute noch im Elternhaus. Was andere als Verzicht bezeichnen würden, empfindet Familie Eimer seit jeher als besondere Herausforderung und erfüllende Aufgabe. Beruflich erst in Gräfenhainichen eingesetzt, konnte Claus Eimer nach erfolgreichem Versetzungsgesuch in Dessau eine Lehrerstelle antreten (Fachlehrer Mathematik und Technisches Zeichnen) und wurde bereits nach kurzer Zeit Direktor der 9. Oberschule Dessau. An der Pädagogischen Akademie in Potsdam erwarb er den Abschluss als Dipl.-Pädagoge und übernahm in Folge die größte Schule Dessaus (Friedensschule). Er erinnert sich an eine freudvolle Zeit dort, geprägt durch eine angenehme Zusammenarbeit von Lehrerkollegium, phantastischen Schülern und engagierte Elternschaft. 1985 zum Schulrat für Planung, Haushalt und Schulorganisation berufen, erlebte er in dieser Funktion 1990 die Wende und die Folgen der Entscheidung, dass Schulfunktionäre nicht ohne weiteres in den Schuldienst konnten. In einer Ausbildungsstätte für Berufsvorbereitung fand er neue Herausforderung, arbeitete später in einem Berufsbildungswerk als Sozialpädagoge / Stützlehrer, danach als Ausbildungsleiter dieser Einrichtung bis zum 31.12.2005 – seinem Eintritt in den vorzeitigen Rentenstand. Ein privat großer Schritt folgte: Der Bau des Eigenheims für die Familie – ihr größtes Ziel von vielen, die sich die Eheleute in ihrem Leben immer wieder gestellt und die sie in der Entwicklung stets voran gebracht haben.