MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helga Einbock
Selbstkontrolle, Genauigkeit und Zielstrebigkeit
Finanzbuchhalterin i. R.
Am Südhang 3
09573 Leubsdorf
Gewissenhaftigkeit implementiert Selbstkontrolle, Genauigkeit und Zielstrebigkeit. Helga Einbock, geboren am 06.01.1938 in Borstendorf, konnte mit all diesen Persönlichkeitsmerkmalen überzeugen und fand Dank ihnen den Einstieg in ein Berufsleben, welches sie einst angestrebt hatte und welches damals dennoch aussichtslos schien.
Aufgewachsen mit drei Geschwistern, wohnte die Familie derart beengt, dass sich zwei Kinder ein Bett teilen mussten. Auch taucht vor dem geistigen Auge der Waschtag auf. Alle Geschwister waren genötigt zu helfen und sahen ihm stets ängstlich entgegen. Kleidungstücke wurden auf dem Waschbrett gesäubert, gebleicht wurde im Freien und auch das anschließende Mangeln durfte nicht fehlen.
Unschönste Erinnerungen gelten der Kriegszeit. Heulten die Sirenen, war es unumgänglich, ein Kellerversteck aufzusuchen. Trotz aller Widrigkeiten gelang es Helga Einbock, eine beachtliche Entwicklung zu nehmen.
Nach der Schule beabsichtigte sie, Bürokaufmann zu werden, doch angenommen wurden damals ausschließlich behinderte Menschen. Eine vorläufige Alternative bot die Papierfabrik, in welcher sie als Hilfskraft begann. Doch schnell gelang es ihr, eine Stelle im Lohnbüro zu bekleiden und auch diese Abläufe sind ihr noch gegenwärtig. Zweimal monatlich zog sie mit prall gefülltem Geldkoffer von Abteilung zu Abteilung, von Betriebsteil zu Betriebsteil, um den Angestellten ihren Abschlag sowie ihr Monatsendgehalt auszuzahlen – eine Konstellation, die heute undenkbar ist.
Ihren Rudi, einen sehr guten Tänzer, hatte sie auf dem Tanzparkett kennen gelernt. Das Paar heiratete 1956. Helga Einbock zog zu ihm in ein Häuschen in Leubsdorf und ihre Söhne Gerd, Knut und Frank wurden geboren. Als die Kinder klein waren, war sie als Aushilfe im Büro der Möbelfabrik sowie in der Kinderbetreuung beschäftigt. Als der Kindergarten eine Köchin suchte, wechselte sie in die Küche, doch zum zweiten Mal erfüllte sich ihr einstiger Traum. Im Rathaus Leubsdorf konnte sie als Buchhalterin in der Abteilung „Finanzen“ beginnen, arbeitete dort weit über 25 Jahre und ging 1998 mit 60 Jahren in Rente. Vorher wurde ein erfülltes Berufsleben jedoch auf eine harte Probe gestellt. Nach der deutschen Vereinigung mit Währungsunion und Computertechnik konfrontiert, durchlebte sie eine schwierige Ära. Sie traute sich kaum, eine PC-Taste zu berühren, doch die Finanzen mussten weiter laufen. Mit Bravour nahm Helga Einbock auch diese Hürde.
Heute greift sie oft zu Romanen mit Realitätsbezug, verfolgt das internationale Weltgeschehen und wünscht nicht nur für ihre sieben Enkel und sechs Urenkel, dass sich die politische Lage auf dem gesamten Globus beruhigen möge.