MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Egon und Inge Eichler
Zweisamkeit ist ihr größtes Glück
Egon und Inge Eichler
Polizist a. D.
Sekretärin
Obere Lindenbergstr. 28
09306 Rochlitz
Die 80 haben sie längst überschritten und auch schon das Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert. Egon und Inge Eichler aus dem sächsischen Rochlitz sind gerne hier zu Hause, sie haben zwei Töchter und eine Enkelin. Angelika, geboren 1956, arbeitete im Krankenhaus als Stationshilfe. Sylvia, 1960 zur Welt gekommen, ist Sekretärin bei der Post. Seit 1955 glücklich miteinander verheiratet, genießen Egon Eichler und seine Frau Inge ihre Zweisamkeit und sie sind stolz auf das Geschaffene. Der Polizist und die Sekretärin im Ruhestand sind Familienmenschen und wollen noch lange gesund bleiben. 1933 in Kaufungen geboren, ist Egon Eichler bei seinem Großvater in der Landwirtschaft groß geworden. Während die Mutter jahrelang kränkelte, half er als Einzelkind bei Oma und Opa in der kleinen zweieinhalb Hektar großen Bauernschaft, in der es auch eine Gärtnerei gab. Egon Eichler spricht trotz der langen Krankheit seiner Mutter von einer „schönen Kindheit, in der er trotz schwerer Arbeit auch viele Freiheiten hatte“. Nach der Schulzeit (1940–1948) musste er früh erwachsen werden und verdingte sich bei zwei Bauern, die den geschickten Jungen sehr ausbeuteten. Im Monat verdiente er 20 Mark, später 40 Mark. Denn er musste und wollte auf eigenen Füßen stehen. Die Mutter war bereits 1947 verstorben. Sein Stiefvater war 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, hatte wieder geheiratet – eine Frau, die eine Tochter mit in die Ehe brachte. 1952 ging Egon Eichler zur Kasernierten Volkspolizei. Das war auch das Jahr, in dem er seine Inge, geborene Friedemann, beim Tanzen kennengelernt hatte. Egon Eichler sah seine berufliche Zukunft bei der Polizei in Rochlitz, wo er nach einem Fernstudium in Aschersleben bis 1990 als Schutzpolizist tätig war. Seine Frau, geboren 1935 in Rochlitz, erinnert sich ebenfalls an eine schöne und unbeschwerte Kindheit. Sie besuchte 1941–1949 die Schule und wollte ursprünglich Gärtnerin, Friseuse oder Verkäuferin werden. Doch alles kam anders, auch eine Schneider-Prüfung bescherte der jungen Frau keine Arbeitsstelle. Ihr Bruder verhalf ihr schließlich zu einer Stelle in der Verwaltung beim Rat des Kreises. Dort arbeitete Inge Eichler, die inzwischen Stenografie und Schreibmaschine beherrschte, von 1952–1960 und hatte es sogar von einer Beschäftigung im Sozialamt bis zur Chefsekretärin gebracht. Aus gesundheitlichen Gründen gab sie aber den Beruf auf. Wenn die Eichlers heute auf ihr langes Leben zurückblicken, sind sie zufrieden. Rochlitz ist zwar nur eine kleine Stadt, aber sie finden ihren Wohnort lebens- und liebenswert. Er ist ihnen längst Heimat geworden.