MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marianne Eichler

Basisarbeit stand immer im Vordergrund

Marianne Eichler

Agraringenieurpädagogin i.  R.
17094 Burg Stargard

Sie ist eine Frau der Tat und hat immer gern im Team gearbeitet. Nur am Schreibtisch zu sitzen und von dort aus berufliche Weichen zu stellen, war nie ihr Ding. Marianne Eichler, geboren 1952 in Woldegk bei Neubrandenburg, ist als Tochter von zwei Landwirten mit fünf Geschwistern groß geworden. Das Mädchen wollte ursprünglich Verkäuferin werden, wurde aber Rinderzüchterin. Nach der achten Klasse zog es sie, geprägt durch ihr Elternhaus, in die Landwirtschaft. Auf dem Volkseigenen Gut (VEG) Ballin begann sie eine Lehre, die drei Jahre dauern sollte. Aufgrund sehr guter Leistungen konnte Marianne aber schon nach zweieinhalb Jahren die Prüfungen machen. Von 1968 bis 1971 studierte sie Agrarwirtschaft in Güstrow. 1972 heiratete sie den Schlosser Karl Eichler aus Ballin. Das Paar zog nach Neubrandenburg und bekam zwei Kinder. Die älteste Tochter Doreen, geboren 1973, arbeitet als Floristin, der Sohn André (Jahrgang 1978) ist Metallbauer von Beruf. Beim Kreis fand Marianne Eichler eine Anstellung in der Abteilung Landwirtschaft. Bis zur Wende drehte sich bei ihr, die in Burg Stargard wohnt, dienstlich alles um das Thema Aus- und Weiterbildung, Bereich Jugend. Als die politische Wende 1989 kam, hatte Marianne Eichler gerade die Bezirksparteischule absolviert. Sie dachte: „Was passiert jetzt? Wie geht es weiter?“ Sie sei unglücklich und enttäuscht gewesen, dass Leute, zu denen sie aufgeschaut hatte, ihre Parteibücher hinlegten und aus der SED austraten. Sie wurde gefragt, ob sie das Amt der Gleichstellungsbeauftragten übernehmen wolle. „Klar, habe ich gesagt, obwohl ich gar nicht wusste, was das bedeutet – eine Gleichstellungsbeauftragte zu sein“, blickt Marianne Eichler zurück. Bis zu ihrer Erkrankung im Jahr 2015 hat sie im Öffentlichen Dienst gearbeitet. Im Fernstudium machte sie noch ihren Pädagogenabschluss. Denn Marianne Eichler wollte stets als Agraringenieurpädagogin beschäftigt sein. „Als ich mein Studium für Agrarwirtschaft damals mit 17 Jahren begann, war ich noch nicht volljährig“, erinnert sich die Frau aus der Landwirtschaft. „Ich wurde für ein Pädagogikstudium nicht zugelassen“, fügt sie hinzu. Marianne Eichler, deren Mann Karl 2013 starb, hat sich immer als Frau in der Praxis gesehen. Die Frauen aus der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), später Landfrauen, und sie seien gute Partner und ein Team gewesen. „Das hat mir großen Spaß gemacht – vor allem, als kurz nach der Wende keiner von uns wusste, wo es lang geht“, schaut sie zurück. Sie konnte aufbauen und gestalten. Die Gemeinschaft und die Basisarbeit hätten aus ihrer Sicht stets im Vordergrund gestanden.
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