MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Else Eichler
Edel, ergiebig, lieblich und ehrenvoll
Bäuerin i. R.
Hermsdorf 21
09661 Rossau / OT Hermsdorf
Ciceros Worte könnten ebenso gut von Else Eichler stammen: „Unter den Erwerbsquellen ist keine so edel, so ergiebig, so lieblich und so ehrenvoll für den freien Mann als die Landwirtschaft.“ Obwohl harte Arbeit an den Kräften zehrte, kann Else Eichler, geboren am 12.08.1928 in Albernau, mit voller Überzeugung berichten, immer Spaß an ihrer Tätigkeit gehabt zu haben. Gern arbeitete sie auf dem Feld und im Stall, stand abends noch am Herd und zauberte ein schmackhaftes Mahl. Von früh bis spät beschäftigt, wurden ihre Kinder beizeiten selbstständig.
Die Tochter einer Handschuhnäherin und eines Maurers besuchte die Schule in ihrem Geburtsort. Im Anschluss musste sie das Pflichtjahr absolvieren. Obwohl nicht gewünscht, tat sie dies bei Verwandtschaft und verbrachte 12 Monate mehr oder weniger heimlich bei Onkel und Tante in Ringetahl.
Als es in der Nachkriegszeit wieder ein wenig aufwärts ging, wurden die guten alten Tanzveranstaltungen erneut ins Leben gerufen. So lernte Else Eichler ihren Ehemann Otto einst auf dem Tanzsaal kennen. Er schenkte ihr nicht nur Liebe, sondern bescherte Zukunftsperspektiven. Der junge Landwirt arbeitete auf dem Hof seines Vaters und somit begann auch Else Eichler als Bäuerin im Landwirtschaftsbetrieb ihres Schwiegervaters. Dieser überschrieb den Hof drei Jahre später seinem Sohn und dieser leitete ihn bis zur Einführung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften.
U. a. versorgte Else Eichler die Milchkühe der Rinderzucht. Natürlich wurde anfangs noch mit Hand gemolken und die Milch abgeholt. Teilweise ging sie zur Zubereitung von Quark und Käse nach Hainichen.
Bis zur Rente 1988 war Else Eichler mit Leib und Seele Bäuerin, musste allerdings auch auf einiges verzichten. Urlaub zu machen, war damals undenkbar. Ihr Otto war Brigadier und gehörte der Feuerwehr an. In diesem Rahmen fanden ab und zu Ausflüge über maximal zwei Tage statt. Selbst die Abwesenheit über diese kurze Zeit war nur schwer zu organisieren. Dennoch war sie zufrieden, genoss ihre Ehe und ihre Kinder. Sohn Harald zog es auch die Landwirtschaft. Dieter ergriff einen Metallberuf und ihre drei Enkeltöchter entwickeln sich prächtig. Leider verstarb ihr Otto 2012.
Sehr fleißig und in vielen Dingen geschickt, versorgt Else Eicher noch heute einen großen Garten mit Gemüseanbau, kümmert sich um Hasen und Hühner, liebt das abendliche Klöppeln, begeht Festtage mit ihrer Familie, trällert gern mal ein Liedchen und findet Halt und Kraft in der Kirche.