MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Eichler
Der Mann im Hintergrund
Inhaber EPD Eichler Präsenter Design Friedrich-Ebert-Str. 58 06366 Köthen Fon: 03496 / 556622 Fax: 03496 / 556699 Internet: www.epd-online.de E-Mail: info(at)epd-online.de
Mit fünf Jahren als Vertriebener aus Sudetendeutschland kommend, kann sich der 1940 geborene Manfred Eichler nur wenig an seinen Geburtsort erinnern. Später, in Köthen besuchte er die Grundschule, lernte im VEB Fernsehwerk Staßfurt drei Jahre den Beruf eines Funkmechanikers. Um der Einberufung zur Armee zu entgehen wechselte er seinen Wohnort und Arbeitsplatz, wurde in der PGH Funkwerkstatt Bernburg tätig. Während dieser Zeit legte er mit seinem Meisterbrief die Grundlage für die künftige Selbstständigkeit. Der Wille und der Meisterbrief alleine reichten jedoch für die Eröffnung einer privaten Firma in der DDR nicht aus. Die Abteilung Handel und Versorgung des betreffenden Kreises musste zustimmen und tat dies nur, wenn ohne dem die Versorgung der Bevölkerung nicht gewährleistet war. Endlich konnte sich Manfred Eichler 1967 dann in Köthen selbstständig machen. Mit der Reparatur von Fernsehgeräten und Bau von Empfangsanlagen verdiente er fortan sein Geld und erinnert sich noch an den Antennenbau für einen kompletten Wohnbereich (Rüsternbreite), der den Bürgern erstklassigen Empfang von Westfernsehen, ihm eine umfassende Stasi-Akte und im Tausch den gesuchten Wohnraum einbrachte. Innovativ war er schon immer, stellte auf der MMM („Messe der Meister von Morgen“) seine selbst gebauten Monitore vor, die er bis zur Wende auch produzierte und die in der DDR „der absolute Renner“ waren, gab es doch keine anderen Anbieter. Als Kuriosum kann man heute wohl bezeichnen, dass die Staatssicherheit dadurch bei ihm vom Beobachter zum Kunden wurde. Man argwöhnte, aber man nutzte. „Es steckt so in mir, dass ich was baue...“, erzählt Manfred Eichler heute und berichtet, wie er nach der Wende erst investierte und in der Rundfunk- und Fernsehbranche bleiben wollte. Große Märkte wie Media-Markt und Saturn schöpften das Käuferpotential ab, die Kundenzahl entwickelte sich rückläufig. Die Menschen nutzen seine fachkundige Beratung, kauften danach in den großen Märkten ihre Geräte. Ab 1998 begann Manfred Eichler mit dem Bau von Rednerpulten, gründete 2001 die heutige Firma. Seine Kunden stellen fest, dass er konkurrenzlos ist, da niemand vergleichbar individuell Rednerpulte baut. Manfred Eichler ruft seine Kunden dazu auf, gemeinsam mit ihm das Pult zu kreieren, das er dann entsprechend realisiert. Ob Sparkasse oder Bundesbank, Mercedes oder BMW, Bundespräsident Gauck oder Kanzlerin Merkel, die amerikanische Botschaft – er hat für alle gearbeitet und genießt entsprechende Anerkennung. Seine Frau Gerlinde, mit der er seit 1964 verheiratet ist, wünschte sich, er würde langsam beruflich kürzer treten, doch das Ausleben seiner Kreativität ist für ihn Lebensinhalt und noch weiß er auch nicht, wer nach seinem Ausscheiden die Firma einmal weiterführen könnte. Tochter Sylvia (Finanzbuchhalterin) ist selbstständig und die drei Enkelkinder interessieren sich derzeit noch nicht. So hofft er selbst, noch viele Jahre gesund zu bleiben und weiter aktiv sein zu können.