MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. gerd Eichler

Mediziner – Beruf und Aufgabe

gerd Eichler

Comeniusstr. 6 02747 Herrnhut Fon: 035873 / 2271

Als Dr. Gerd Eichler, geboren 1943 in Friedersdorf (heutiges Polen), die ersten Berufsvorstellungen entwickelte, wollte er eigentlich Lehrer werden, denn der Vater hatte diesen Beruf und Freunde hegten den gleichen Wunsch. Doch bei seiner freiwillige Arbeit in der Ortsgruppe der DRK, überzeugte ihn ein alter Kriegssanitäter für den Arztberuf geeignet zu sein. So kam es, dass er nach Abschluss des Abiturs 1962 ein Medizinstudium aufnahm. Seine exzellenten Schulnoten erlaubten ihm hierbei die Aufnahme eines Auslandstudiums und so studierte er erst in Prag und Brno und beendete seine Ausbildung, auf Grund der politischen Unruhen in der CSSR, 1969 mit dem Staatsexamen in Dresden und gleichzeitig mit der Promotion über Elektro-Heilschlaf. Seine erste Anstellung fand er im Krankenhaus Ebersbach, wechselte 1970 dann zum Krankenhaus Herrenhut, wo er bis zum Erreichen der Rente 2009 blieb. Während seiner beruflichen Laufbahn absolvierte er die Facharztausbildung zum Internisten (1974) und arbeitete seitdem als Oberarzt. Er denkt gerne an seine Arbeit und das gute Kollektiv zurück – Grundlage für eine gute Pflege der Patienten. Parallel zu seinem Weggang wurde das Krankenhaus Herrenhut aufgelöst, die Bettenkapazität nach Ebersbach verlegt, im Zuge der Erweiterung des dortigen Krankenhauses. Er selbst blieb fachlich aktiv, arbeitet noch heute im Hospiz und in der Rehabilitation für Herzoperierte – unendgeldlich, ehrenamtlich. Die gesamt medizinische Entwicklung nach der Wende brachte Fortschritte in der Medizintechnik, die heute nicht mehr wegzudenken sind, die ganz neues Erleben in der Diagnostik mit sich brachten. Die Kehrseite der Medaille allerdings erwähnt er auch: Positives aus der DDR, das nicht erhalten wurde, wie die Polikliniken und ihre zentrale Bedeutung für die Behandlung der Patienten, das Impfwesen und anderes mehr. Die Menschlichkeit ist hinter dem Rechnungswesen zurückgeblieben, bedauert er auch. Der derzeitige Ärztemangel hat Ursache im Weggang vieler Mediziner wegen herrschendem Stress, mangelnder Bezahlung und dem fehlenden Miteinander im medizinischen Dienst, auf Grund des Arbeitsplatzkampfes. Die Erfahrungen der DDR-Mediziner wurden nicht immer sinnvoll verknüpft mit dem Wissen des BRD-Fachpersonals. Seine freie Zeit verbringt er heute mit seiner Freundin Angelika, dem Singen in zwei Chören, den Aktivitäten im Schützenverein. Als Mediziner vielen Patienten zu besserer Gesundheit und Wohlbefinden verholfen, wünscht er sich selbst nie pflegebedürftig zu werden.
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