MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Wolfgang und Traude Ehni

„Beobachte was früher geschah, dann wirst du wissen, was kommen wird!“ (Fernöstliche Weisheit)

Wolfgang und Traude Ehni

Maurer, Dipl.-Ing. Für Bauwesen
Herrenmaßschneiderin
Chemnitzer Str. 15
09232 Hartmannsdorf

Das Mädchen Traude Große kam 1950 in Burgstädt zur Welt. Der Vater arbeitete als Werkzeugmacher, die Mutter war Bürokraft. Mit ihrer später geborenen Schwester und vielen gleichaltrigen Kindern in der Straße erlebte sie eine glückliche Kindheit mit „Himmelhopse auf der Straße, nutzbarem Garten am Mietshaus, Sandkasten, ‚Abenteuerspielplatz Autowerkstatt’, kaum Verkehr auf der Straße und die eigenen Großeltern mit in der großen Wohnung der Eltern...“, wie sie aufzählt. Burgstädt war von der Textilindustrie geprägt. Während die Kinder der Straße die gleiche Schule besuchten, waren die Eltern überwiegend in der Textilindustrie beschäftigt. Man kannte sich, vertraute sich. Kinder besuchten sich gegenseitig, Eltern tauschten Dinge aus die ihnen durch den Beruf zugänglich waren und anderen fehlten. Nach Abschluss der 10. Klasse (1957–1967) konnte Traude Ehni ihren Berufswunsch Gärtnerin oder Damenmaßschneiderin nicht realisieren wegen einer fehlenden Lehrstelle. So wurde sie Herrenmaßschneiderin und arbeitete im Anschluss im Lehrbetrieb (Dienstleistungskombinat) weiter. „Dort war ich bis zum bitteren Ende – bis 1990 die Tür zugemacht wurde,“ erzählt sie von ihrem Berufsleben. Veränderung gab es nur in der Zeit von Geburt und Betreuung der Kinder Ulrike (Vermessungsingenieur) und Frank (EDV-Facharbeiter), als sie mit Heimarbeit den neuen familiären Gegebenheiten Rechnung trug. Im Rahmen der Konsumgüterproduktion nähte sie 1973 bis zur politischen Wende in der DDR Dederonbeutel, Überzüge für Heimgymnastikmatten, Stuhlbezüge usw. und konnte sich nebenher um Einkäufe, Garten und Haushalt kümmern, für die Kinder Sachen nähen und sie bestricken. Zwei Jahre Arbeitslosigkeit erlebte sie, fand dann aber wieder nach dem Besuche eines Lehrganges neue Anstellung, arbeitete dort bis sie die Rente erreichte. „Morgen gibt’s wieder Rentnertreff,“ erzählt sie von dem immer währenden Kontakt zu den alten Kolleginnen. Seit 1972 mit Wolfgang Ehni verheiratet und indessen Oma von vier Enkeln, näht sie heute noch wenn diese um Änderungen von Textilien bitten. Wolfgang Ehni wurde 1949 als Sohn eines Werkzeugschlossers und einer Näherin und Stickerin (Heimarbeit) geboren. Er hatte einen 1 ½ Jahr älteren Bruder Günter und eine Schwester Renate, die mit ½ Jahr starb. Er fuhr Mutters gefertigten Sachen aus, holte neue Aufträge ab. 1956–1964 besuchte er die Schule in Hartmannsdorf, von 1964–1968 die EOS in Burgstädt (Abitur mit Berufsausbildung) und beendete diese mit Ablegung des Abiturs und des Facharbeiters Maurer. Danach erfolgte seine Bewerbung an der TU Dresden für den Studienplatz Bauingenieurwesen. 4 ½ Jahre später (1972) war er Dipl.-Ingenieur für Bauwesen und arbeitete danach im Ingenieurbüro für Bauwesen in Karl-Marx-Stadt (dem Rat des Bezirkes unterstellt) als Konstrukteur und Statiker bis 1991. Die Privatisierung des Ingenieurbüros führte zur Gründung einer Projektierung GmbH in der er erst als Gesellschafter und später als Angestellter verblieb. 1992 wurde er überzeugt die Stelle als Bauamtsleiter Hartmannsdorf anzunehmen und arbeitete als solcher die letzten Berufsjahre bis zu seiner Rente 2009. Viel konnte er in dieser Zeit bewegen, mit Fördermittelanträgen und Entscheidungen die Entwicklung des Ortes Hartmannsdorf positiv mit beeinflussen. Mit Stolz blicken die Ehnis auf ihre Familie und freuen sich, „dass aus allen was geworden ist“. Seit 1959 ist Wolfgang Ehni Mitglied im TSV 1862 e. V. Hartmannsdorf. Der ehemals aktive Turner arbeitete in dieser Zeit als Übungsleiter, Kampfrichter, im Vorstand und während der DDR-Zeit auch im Kreisfachausschuss. In der Turnhalle hat er einst seine Frau kennengelernt, die auch Turnerin war. Der Sport hat die beiden diszipliniert, leistungs- und zielorientiert werden lassen. Das wünschen sie sich auch für ihre vier Enkel damit sie in die Lage versetzt werden die Herausforderungen des Lebens zu meistern.
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