MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rolf Ehlert

„Ist der Körper gerade, ist der Geist gerade.“ (Fernöstliche Weihseit)

Rolf Ehlert

Verkäufer für Werkzeug und Eisenwaren
Blumenstr. 52
04720 Döbeln

Als Sohn eines Zivilangestellten in einer Kaserne und einer Landwirtin wurde Rolf Ehlert 1931 geboren. Er erinnert sich: „Damals hat man das Essen noch selbst zur Arbeit gebracht. Ich musste es zu meinem Vater, meiner Tante und meinem Onkel bringen. Man ließ mich einfach in die Kaserne gehen und auch in die Zigarrenfabrik. Niemand hielt einen dort auf. Das war eben so.“ Acht Jahre besuchte er die Schule, war im Jungvolk und bei der Hitlerjugend. Auch das war damals für alle Jungen ganz normaler Werdegang. „Und wir fanden das schön, denn wir wurden im Schießen unterrichtet. Als ich dem Ausbilder versehentlich mit dem Luftgewehr durch die Haare schoss, fand der das allerdings gar nicht lustig...“ berichtet er schmunzelnd davon. 1945 fertig mit der schulischen Ausbildung, lernte er bei der Firma Eisen-Mehnert den Verkäufer-Beruf und verkaufte als Fachkraft noch ein Jahr lang weiter Eisenwaren und Werkzeuge. Aus dieser Zeit erzählt er eine lustige Episode: Eine Frau wollte einen Schneebesen und er ein entsprechendes Gerät zum Schnee fegen aus dem Lager holen. Dann stellte sich heraus, sie wollte Kuchen backen und meinte ein Haushaltgerät gleichen Namens. Nach dem ersten Beschäftigungsjahr erhielt er das Angebot im Großhandel Dresden tätig zu werden. Was gut klang wurde vorerst zur Odyssee. Das Wohnungsamt in Dresden verlangte den Nachweis der Arbeitsstelle. Die Arbeitsstelle eine Bestätigung vom Wohnungsamt. Er „lief 14 Tage im Kreis“ bevor es ihm gelang die Voraussetzungen zu erfüllen und die Arbeit endlich anzutreten. 1952 heiratete er seine Frau Inge mit der er vor Ihrem Tod im Jahr 2018 noch die eiserne Hochzeit feiern konnte. Die familiären Gegebenheiten, der niedrige Verdinest und der extreme Fahraufwand zur Arbeitsstelle führten zum beruflichen Wechsel und Umzug nach Döbeln. Er verpflichtete sich für ein Jahr Arbeit bei der WISMUT AG und nutzte die Möglichkeit zur Qualifizierung zum Zimmermann. In diesem DDR-Vorzeigebetrieb gab es zusätzliche Lebensmittelmarken (Wismut-Marken), Grubenschnaps und eine sehr gute Bezahlung – das zog in der Nachkriegszeit viele Menschen an. Nach dem Jahr, zu dem er sich verpflichtet hatte, kehrte er nach Döbeln zurück, fing bei der HO (Handelsorganisation) als Verkäufer an und wurde später als stellvertretender Leiter im Waren- und Werkzeug-Lager eingesetzt. Abgeworben durch den Leiter des Großhandels, arbeitete Rolf Ehlert danach als Lagerist und später wieder als stellvertretender Leiter. Er trug Verantwortung für die Belieferung der Verkaufsstellen der Kreise Wurzen, Torgau und Eilenburg. „Ich war bis zum Schluss dort, habe den Betrieb mit aufgelöst und bin mit 62 Jahren dann in die Rente gegangen“ berichtet er vom Ende seiner Berufstätigkeit. Dass er heute noch topfit ist, begründet er mit seiner Liebe zum Sport. Als Jugendlicher spielte er Radball und begann zusammen mit seiner Frau später mit dem Kegeln. Noch heute ist er aktiv in dieser Sportart. „Zum Kegeln gehe ich noch immer. Ich mache keinen Punktkampf mehr, ,mache nur noch die Hälfte vom Punktkampf, aber danach fühle ich mich wohl, tut mit kein Gelenk mehr weh....“ berichtet Rolf Ehlert. 88-jähig hat er das Ziel: „100 könnten das werden, aber dann ist Schluss...und ich hoffe, dass ich meinen Humor noch lange behalte...“ Der Sport hält ihn jung und das wiederum erlaubt ihm sich und seinen Haushalt noch komplett selbst versorgen zu können, wie er nicht ohne Stolz berichtet.
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