MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Monika und Gerd Ehrhardt
Das Leben gemeinsam gemeistert
Damenschneiderin, Finanzkauffrau
Fleischer
09322 Penig
Was sie sich geschaffen haben, darauf sind sie stolz. Monika und Gerd Ehrhardt aus Penig in Sachsen sind stets durch dick und dünn gegangen. Das Ehepaar, das nur Arbeit kannte, vor allem auf dem großen Grundstück, ist seit 1969 glücklich miteinander verheiratet und will in diesem Sommer 2019 die Goldene Hochzeit feiern. Zum Familienglück gehören der einzige Sohn und ein Enkelkind. 1949 in Rochlitz zur Welt gekommen, ist Monika, geborene Kurth, zusammen mit ihrer großen Schwester in einer Fleischerei aufgewachsen. Der Vater war Fleischermeister, die Mutter Verkäuferin. Monikas Eltern ließen sich 1964 scheiden und das Mädchen blieb mit damals 14 Jahren bei seiner Mutti. Nach der achtjährigen Schulzeit in Rochlitz lernte Monika drei Jahre Damenschneiderin für Mäntel und Kostüme im Geriwerk in Geringswalde. Die Arbeit, die sich nach der Ausbildung drei Jahre anschloss, machte der jungen Frau aber keinen Spaß und auch gesundheitlich ging das Nähen mächtig auf den Rücken. Monika begann als Ungelernte bei der Gewerbebank in Rochlitz. Im Frauensonderstudium absolvierte sie drei Jahre lang nach der Dienstzeit ihren Abschluss zur Finanzkauffrau. Nach der Geburt ihres Sohnes blieb sie drei Jahre zu Hause, versorgte zudem ihre pflegebedürftige und schwerkranke Mutter und machte noch Heimarbeit für den Betrieb Gerikleidung, um etwas Geld zu verdienen. 1977 stieg Monika Ehrhardt im Getriebewerk ein. Mit seinen 1 854 Beschäftigten war es der größte Arbeitgeber in der heimatlichen Region. Monika Ehrhardt war zuständig für die Statistik, Revision und später auch für die Produktionsplanabrechnung. Die Wende begrüßte sie mit ihrem Mann und ging auch mit zur Demo auf die Straße. 1994 erhielt sie während einer großen Entlassungswelle die Kündigung und war bis 2 000 ohne Arbeit. Für Monika Ehrhardt war das eine ganz schlimme Zeit. Mit 50 Jahren wurde sie aus gesundheitlichen Gründen EU-Rentnerin und musste lange darum kämpfen. Gerd Ehrhardt, geboren 1943 in Chemnitz, ging von 1949-1957 in Lunzenau zur Schule. Bei seinem zukünftigen Schwiegervater machte der Sohn eines Transportbrigadiers und einer Hausfrau eine Lehre zum Fleischer. Er sammelte seine vielen Berufserfahrungen bei Hausschlachtungen und war bald sehr anerkannt. Es folgten 20 Jahre Arbeit als Fleischer beim Konsum in Penig, bevor Gerd Ehrhardt als Leiter der Notschlachtung auf dem Schlachthof Verantwortung übernahm. 1994 erhielt er aus gesundheitlichen Gründen Erwerbsunfähigkeitsrente. Das Ehepaar Ehrhardt wünscht sich, noch lange gesund zu bleiben und viele Jahre gemeinsam zu verbringen.