MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günter Eckold

Harte Zeiten und Freudenklänge

Günter Eckold

Meister der Textilindustrie
Paul-Fritzsching-Str. 43
09212 Limbach-Oberfrohna

Der 1935 in Breslau geborene Günter Eckold erlebte schwere Kinderjahre. Bald schon bestimmte der Krieg das Leben der Familie, der Vater wurde zum Wehrdienst eingezogen, lag lange im Lazarett. Als es Bombenangriffe gab, wurde die Schule aufgelöst, die Kinder wurden auf dem Land untergebracht. In Lüssen (45 km westlich) gab es nur einen Klassenraum und einen Lehrer. Als die Front nahte, floh die Familie bei Schnee im Winter übers Gebirge ins Nordböhmische. In Komotau fanden sie Quartier, durften aber nicht bleiben, als mit Kriegsende die Tschechen die Macht übernahmen. Sie kehrten über Lüssen nach Breslau zurück. Hier gab es für den jungen Günter immer noch keine Schule. Der Zehnjährige musste Hilfsarbeiten ausführen, als Deutsche mussten sie weiße Armbinden tragen. 1947 ging es über ein Auffanglager in Dessau ins sächsische Niederfrohna, wo der Vater, aus dem Lazarett entlassen, Aufnahme gefunden hatte. Endlich konnte wieder die Schule besucht werden, Günter Eckold erreichte den Abschluss der 8. Klasse. Für seinen Wunschberuf, Tischler, gab es keine Chance. Ein Versuch, ins Bäckerhandwerk einzusteigen, musste abgebrochen werden, als der Meister gen Westen zog. So absolvierte Günter Eckold eine Lehre als Kettenwirkeinrichter in der Textilindustrie bei der Fa. Vollbrecht Richter in Niederfrohna. Nach ersten Gesellenerfahrungen dort, wechselte er zur Fa. Karl Schubert in Wittgensdorf, half dort eine Wirkerei aufzubauen, blieb rund sieben Jahre. Eine dreivierteljährige Auszeit verbrachte er in der Lungenheilanstalt von Lichtenwalde. Dann sollte er vierzig beruflich erfüllte Jahre bei der Firma E. A. Kühn jr. (später Modechic GmbH) erleben. Durch einen Vorbereitungslehrgang erwarb er noch den Abschluss der 10. Klasse, konnte dann in zwei Jahren auf der Meisterschule die fachliche Qualifikation erwerben, um die Wirkerei zu führen. 1958 hatte er seine Christa geheiratet, die er beim Tanz kennengelernt hatte. Diese arbeitete als Verkaufsstellenleiterin der Konsumgenossenschaft, wechselte später in die Verwaltung des VEB Feinwäsche „Bruno Freitag“ in Limbach-Oberfrohna. Christa Eckold verstarb bereits im Jahr 2002. 1958 war Tochter Eveline zur Familie hinzugekommen. Fünfhundert Aufbaustunden waren notwendig, um die eigene Wohnung in Limbach beziehen zu können. Seit seiner Schulzeit war Günter Eckold musikalisch aktiv. Mit der Concertina, einem Handzuginstrument, bereicherte er Volks- und andere Feste. Später stieg er auf das Tenorhorn um und spielt bis heute im traditionsreichen Ensemble „Blaskapelle Freudenklänge Niederfrohna“. Inzwischen ist er dort dienstältestes Mitglied, führte einige Zeit auch die Finanzen des Vereins.
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