MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela und Siegfried Eichhorn

Persönliche Freiheit

Gisela und Siegfried Eichhorn

Examinierte Krankenschwester
der Psychiatrie i. R.
Hauptstraße 63 B
04720 Großweitzschen
Fon: 03431 / 613190

Am liebsten verbringt sie die Zeit mit ihrer geliebten Familie – mit ihren Kindern und Ehemann Siegfried. Fast fünf Jahrzehnte verbinden das Paar und Basis ihrer Liebe wie Ehe ist absolute Ehrlichkeit. Geboren wurde Gisela Eichhorn am 22.05.1933 in Limmritz und wuchs, da ihre Mutter berufstätig war, in Westewitz bei der Großmutter auf. Nach dem Besuch der Volksschule 1947 ging ihr Wunsch, Schneiderin zu werden, leider nicht in Erfüllung. Für ein Jahr unterzog sie sich mit gerade 14 Jahren bei einem Bauern in der Landwirtschaft schwerster körperlicher Arbeit, führte kurzzeitig den Haushalt eines Bäckers und half in der Bekleidungsfabrik bei der Herstellung von Hosen und Sakkos. Neun Monate war sie danach arbeitslos, Bewerbungen blieben ohne Erfolg. Doch dann führten sie weitere Stationen in die Miederfabrik Spranger nach Roßwein und ebenfalls verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt sechs Jahre lang in der Hausschuhfabrik. Eine angenehme Phase begann 1956 als Küchenhilfe und Raumpflegerin an einem Genesungsheim in der Sächsischen Schweiz, bevor sie 1960 in die Heimat zurückkam. Beginnend als Hausmädel, führten die Wege ans Krankenhaus, an welchem sie sich empor arbeitete. Tätig als Hilfspflegerin, besuchte sie berufsbegleitend die Abendschule, beendete ihre Ausbildung als examinierte Krankenschwester, entschied sich 1981 für eine weitere Qualifikation und leistete als Stationsschwester mit teilweise doppelten Nachtwachen kräftezehrende Dienste. In der Nachwendezeit wurde Gisela Eichhorn 1992 ans Herz gelegt, in den Vorruhestand überzuwechseln. Da sich ihr Mann ebenfalls im Vorruhestand befand und sie selber nur 12 Monate später ohnedies Rentnerin geworden wäre, entschied sie sich für die vorgeschlagene Variante. Siegfried Eichhorn hatte im Bergbau unter Tage ebenfalls schwere Arbeit zu leisten und entkam nur knapp einer schrecklichen Katastrophe. 1960 kamen bei entsetzlichem Bergwerksunglück weit über 100 Kumpel ums Leben. Er erinnert sich: „Hätte ich damals nicht zufälligerweise Mittagsschicht gehabt, wäre ich tot.“ Gisela und Siegfried Eichhorn heirateten am 13.05.1967. Sie hatte schon 1957 Sohn Frank geboren und ihr Mann, der geschieden war, brachte Tochter Ingrid und Sohn Karl-Heinz mit in die Ehe. Nachdem Karl-Heinz 2011 starb, liegt dem Paar der Zusammenhalt in der Familie noch mehr am Herzen. Ansonsten kennt Gisela Eichhorn auch im Ruhestand keine Langeweile und genießt die persönliche Freiheit, all die Dinge tun zu können, die sie interessieren.
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