MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helfried Effenberg
Ein Herz für die Fliegerei
Metallflugzeugbauer / Kfz-Ingenieur
12555 Berlin
Der heute 91 Jährige ist geistig und körperlich fit, erinnert sich an jedes Detail und schaut auf ein erfülltes Leben.
Helfried Effenberg 1922 in Schlesien, im heutigen Polen geboren, hatte eine schöne, arbeitsreiche Kindheit. Er besuchte die Volksschule und absolvierte die mittlere Reife. 1938 zuerst als Praktikant in den Heinkel-Flugzeug-Werken Oranienburg, realisierte er 1942 die Lehre als Metallflugzeugbauer mit dem Ziel, Bordmonteur in der Einfliegerei, um später selber Einflieger zu werden. Hier erwachte seine Begeisterung für die Fliegerei, die ihn bis heute fesselt. Während der Lehrzeit erwarb er alle Führerscheine für Segelflieger und Sportflugzeuge, außer Kunstflug. Mit dem Krieg brach für ihn die Welt des Fliegens zusammen.
1943 eingezogen, kam er, nicht wie erhofft, zum Luftwaffenpersonal, sondern zur Panzertruppe. Er wurde zum Lehrgang für Offiziers-Reserve nach Dänemark, dann zur Frontbewährung nach Italien kommandiert und dort bei Cassino verwundet. Wieder genesen, besuchte er 1944 die Kriegsschule in Dresden und als Fahnenjunker-Feldwebel erneut in Italien eingesetzt. Im April 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft. 1947 aus dem ehemaligen KZ-Lager Dachau entlassen, kam er über die Auffanglager Hof und Leipzig zurück nach Berlin.
Durch Kurierpost des Papstes fand er seine Frau Gisela wieder, mit der er bis 1973 verheiratet war.
In der Heimat sich neu im Berufsleben orientierend, war seine erste Arbeitsstelle Heizer im Krankenhaus, dann Mechaniker im Gerätewerk Siemensstadt und danach zwei Jahre freier Ermittler und Beobachter in der Detektei Hindenburg. Mit der Einführung der DM und der Spaltung Berlins in Ost und West und dem Umzug in den Ostteil begann seine berufliche Entwicklung im VEB Vergaser- und Filterbau Berlin als Mechaniker, dann Technologe, Gütekontrolleur bis zum Bereichs-und Werkleiter im Betriebsteil Wellendichtungen. Parallel absolvierte er mehrere Qualifizierungen und ein Fernstudium als KFZ-Ingenieur. Mit Betriebszusammenlegungen zum Kombinat Plast-Elast-Verarbeitung wurde er 1973 Produktions-Direktor, Leiter Bereich Technik und 1977 Leiter der Abteilung Kader. 1987 war er Sonder-Beauftragter des Generaldirektors im Kombinat und trat 1988 in den verdienten Ruhestand. Bis 1993 hat er sich ehrenamtlich als Vorsitzender der Rentenkommission im Kombinat engagiert und bis 2004 die Ortsgruppe Köpenick der Volkssolidarität als Vorsitzender mit aufgebaut. Seine Leistungen wurden vielfach gewürdigt, u. a.mit dem Vaterländischen Verdienstorden der DDR in Bronze.
Helfried Effenberg hat glückliche Jahre mit seiner zweiten Frau Christel verbracht; sie verstarb 2006. Mit seinen Kindern Barbara und Klaus, den Enkeln und Urenkeln verbinden ihn ein herzliches Verhältnis. In
Tradition trifft sich die große Familie seit 25 Jahren am ersten Weihnachtsfeiertag zum Weihnachtsessen.
Innerlich nie vom Fliegen los gekommen, bleiben ihm
seine Erlebnisse zu den Jubiläen, die Ballonfahrt,das Segelfliegen und Ultraleichtflugzeug-Fliegen in guter Erinnerung. Als Naturmensch liebt er das Angeln.
Sein Wunsch ist gesund zu bleiben und eine weitere Reise nach Amerika zu seiner Schwester durchführen zu können.