MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gabriele Döring
„Wem nichts zu schwer ist, dem gelingt alles.“ (Fernöstliche Weisheit)
Examinierte Krankenschwester
Dorfstr. 14 a
04769 Mügeln OT Zäverlitz
Fon: 034362 / 22971
Als Gabriele Nowak 1958 in Mügeln geboren, wuchs sie als ältestes von drei Kindern einer alleinerziehenden Produktionsarbeiterin auf. Das bedeutete, zeitig schon Aufgaben zu übernehmen und schnell Verantwortung zu tragen. Die fehlende Vaterliebe glich die Zuneigung von Oma Frieda aus, bei der das Mädchen Gabriele vorwiegend aufwuchs. Sie sagt heute noch in liebevoller Erinnerung: „Das war die Beste!“ 1964–1974 besuchte sie die Schule und träumte davon Krankenschwester zu werden. „Ich war sehr lebhaft. Mir war kein Baum zu hoch, die Lederhose war die Lieblingshose....“ erzählt sie von turbulenten Kindertagen und davon sich dabei beide Kniescheiben zersplittert zu haben. Der deswegen erhaltenen Empfehlung einen anderen Beruf zu erlernen, folgte sie nicht. Sie setzte sich durch und lernte nach der Schulzeit im St. Georg-Krankenhaus in Leipzig drei Jahre den Krankenschwester-Beruf (Studium zur Examinierten Krankenschwester). Indessen schwanger von ihrem Mann Heiner Döring (Kfz-Schlosser, Heirat 1977, verstorben 2018), blieb sie nicht im St. Georg-Krankenhaus, sondern kehrte nach Mügeln zurück und nahm nach dem 6-wöchigen Schwangerschaftsurlaub eine Arbeit in der Kinderkrippe auf. Auf dem Moped „Schwalbe“ ging es täglich zur Arbeit – 14 Jahre lang – dann kam die Wende und die Kinderkrippe wurde geschlossen. Gabriele Döring wurde arbeitslos und nach einem halben Jahr durch das Arbeitsamt als Schwangerenvertretung an das Krankenhaus Hubertusburg Wermsdorf vermittelt. Auf der Kinder-Chirurgie und Neurologie arbeitet sie 1 ¼ Jahr, wurde dann erneut arbeitslos. Zwei Jahre gelang es nicht eine neue Anstellung zu finden, weil überall nur Stellenabbau erfolgte und Fachkräfte den Arbeitsmarkt überschwemmten. Die neuen medizinischen Geräte und Materialien veränderten die Arbeit gravierend. Nun war Schluss mit Packen von Windelpaketen, Tupfern drehen, Binden bügeln, Gerätschaften sterilisieren... Aber viel musste auch neu gelernt werden. Doch trotz aller Anpassung und Meisterung jeglicher Herausforderung war es schwer eine neue Tätigkeit zu finden. Gabriele Döring wechselte in die Altenpflege, ist indessen seit 25 Jahren hier tätig. Sie spricht – trotz der Schwere der Arbeit – mit Liebe von ihr. Gabriele Döring ist offen, hilfsbereit und gerade heraus. Sie ist stolz auf ihre Kinder Maik (geb. 1977, Maurer) und Ingolf (geb. 1980, Maurer), die ihr vier Enkel beschert haben. Dankbar ist sie für die Unterstützung, die sie stets von ihrem Mann bekam und froh darüber ihm in schwierigen Stunden zur Seite gestanden haben zu können. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist ihre Arbeit und streng bekämpft sie ihren inneren Schweinehund, wenn der mal Pausen einschieben will. Eigenständig bleiben ist ihr größter Wunsch. Nur so kann sie selbstbestimmt weiter leben, denkt die Frau die viel gibt und wenig nehmen möchte. Alle drei Jahre trifft sie sich mit den ehemaligen Kolleginnen aus der Kinderkrippe. Sie liebt die gemeinsamen Stunden mit dem Schwelgen in Erinnerungen, dem Anschauen alter Fotos und der über so viele Jahre gewachsenen Vertrautheit.