MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jürgen Eckhardt
„Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen“ (Martin Luther)
Jagdwaffenmechaniker
Industriemeister für allgemeinen Maschinenbau
99330 Frankenhain
Das Engagement für seine evangelische Kirchgemeinde bewegt Jürgen Eckhardt schon seit rund vierzig Jahren, seit er dem Gemeindekirchenrat angehört. Seine Frau Brigitte übernahm lange Zeit den Küsterdienst, er selbst ist seit vielen Jahren Vorsitzender dieses Gremiums und gestaltet jene Gottesdienste, für die kein Pfarrer verantwortlich sein kann, in der örtlichen St. Leonhardi-Kirche, gelegentlich auch in Kirchen der Umgebung als Lektor. Jürgen Eckhardt (Jahrgang 1949) ist Frankenhainer seit der Geburt. Im kleinen thüringischen Ort nahe Oberhof schloss er die Schule 1964 nach der 8. Klasse ab. Da in jenen Jahren in der DDR gerade massiv auf Umstellung zum 10-jährigen Schulbesuch Wert gelegt wurde, brauchte es einer Eingabe an den Staatsrat in Berlin, um den örtlichen Schulverwaltern den vorzeitigen Abgang abzuringen. Für Jürgen Eckhardt erwies sich das jedoch als idealer Weg, denn in der dreijährigen Lehrzeit lernte er die Praxis besser, als seine Mitlehrlinge mit 10-Klassen-Abschluss in kürzerer Zeit. Eine Lehrstelle fand er jenseits des Kammes des Thüringer Waldes in der damaligen Bezirkshauptstadt Suhl. Beim Jagdwaffenhersteller VEB Ernst-Thälmann-Werk Suhl ließ er sich zum Jagdwaffenmechaniker ausbilden, war danach in der Montage tätig. Zwei Jahre nach Lehrabschluss entschloss er sich zum Meisterstudium, holte in der Vorbereitung den 10-Klassen-Abschluss nach und schloss 1973 als Industriemeister für allgemeinen Maschinenbau seine Qualifizierung ab. Doch Heimat, Familie (Heirat 1975) ließen es geraten erscheinen, Arbeit nahe am Zuhause zu finden. In Frankenhains Nachbarort Luisenthal gab es mit dem VEB Hema-Werk (Hersteller von Hebebühnen und Kranlagen) einen auch international renommierten Betrieb, in dem Jürgen Eckhardt 1979 neue Aufgaben als Technologe fand. Die zeichnerische Arbeit am Reißbrett lag ihm von jeher, die Konstruktion wurde nun sein Metier. Als kluge Vorbereitung der Verantwortlichen 1990 aus dem Werk einen Zweigbetrieb der Mannesmann AG machte, entfielen Arbeitsplätze, doch Jürgen Eckhardt fand erst bei der Auflösung des Werkzeuglagers, dann im Logistikbereich bei der Koordination der zugelieferten Komponenten seine Aufgaben. Er erlebte noch den Übergang zur Demag AG mit, entschied sich aber im Jahr 2007 entsprechend den Möglichkeiten des Sozialplanes per Altersübergang in den Ruhestand zu wechseln. Seine Frau Brigitte war einst Krippenerzieherin, kümmerte sich später um die Betreuung der sehr kranken Tochter Corina, 1976 geboren. Sohn Sebastian (Jahrgang 1977) geht als Informatiker seinen Weg. Jürgen Eckhardt kümmert sich auch im Kuratorium der Vereine um seinen Heimatort, saß ab 1990, in jenen Anfangsjahren nach dem Ende der DDR, als es wirklich etwas zu bewegen galt. zwei Wahlperioden für die CDU im Arnstädter Kreistag.