MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinz und Ellen Ebert
Ein Beruf, eine Firma
Baufacharbeiter
Krippenerzieherin, Altenpflegerin
Dittmannsdorfer Str. 57
09322 Penig
Im mittelsächsischen Penig an der Zwickauer Mulde kam Heinz Ebert 1951 zur Welt. Mit zwei Geschwistern wuchs er auf, nur ließen sich die Eltern scheiden, als er gerade fünf Jahre alt war. Ab 1957 besuchte er die örtliche Schule, schloss 1965 mit der 8. Klasse ab. Aus der dreijährigen Lehre als Baufacharbeiter bei der renommierten Firma von Meister Hans Kluge wurde ein ganzes Berufsleben. Das traditionelle Familienunternehmen für Hoch- und Tiefbau gibt es noch immer, seit Jahren nun von Thomas Kluge als Inhaber geführt. Zu DDR-Zeiten wurde viel für die Kommune gearbeitet, vor allem Altbausubstanz verputzt. Im Winter verlagerte sich der Einsatz in die örtliche Maschinenfabrik, wo Fundamente für die Produktionsstrecken zu gießen und Büroräume auf Vordermann zu bringen waren. Mit dem Ende der DDR engagierte sich die Firma beim Bau von Eigenheimen. Ein Computer-Lehrgang machte für neue Technologien fit. Nur zwei Unterbrechungen bestimmten Heinz Eberts Einsatz für seinen Betrieb, ehe er im Jahr 2014 in den Vorruhestand gehen konnte. Im Jahr 1970 nahm ihn die Nationale Volksarmee der DDR (NVA) in die anderthalbjährige Pflicht. Seine Stationierung führte ihn nach Kühlungsborn zur Grenzbrigade Küste. Als bei einer Auftragsflaute und Außenständen, da Kunden nicht oder extrem spät zahlten, gegen Ende der 90er Jahre ein Insolvenzverfahren gegen die Baufirma im Gange war, blieben die Mitarbeiter für kurze Zeit freigestellt. Ein Spaß unter Kolleginnen seiner zukünftigen Frau führte dazu, dass er auf seine Annonce in der Zeitung „Junge Welt“ Antwort von einer Ellen aus dem Erzgebirge bekam. Im Jahr 1978 zog sie als ihm nun Anvertraute nach Penig. Sie wurde 1954 im Dorf Affalter (heute Ortsteil von Lößnitz/ Erzgebirge) geboren. Mit vier Geschwistern wuchs sie auf. Die Tochter eines Diplom-Landwirts besuchte anfangs die Schule in ihrem Geburtsort, später nach dem Umzug der Familie die Polytechnische Oberschule (POS) in Eibenstock. Dem Abschluss der 10. Klasse folgte wunschgemäß eine zweieinhalbjährige Ausbildung zur Kinderkrippenerzieherin in Aue und Schneeberg. Erste Berufserfahrung sammelte sie dann in einer werkszugehörigen Kindereinrichtung, mit der Heirat und der Geburt der Kinder nahm sie Auszeit. Die 1978 geborene Tochter Claudia durfte die Herzen der Eltern nicht über längere Zeit erfreuen, umso glücklicher waren diese, als 1979 Tochter Diana folgte, die inzwischen für eine Enkelin sorgte. Nach drei Jahren, die der Familie galten, begann Ellen Ebert wieder halbtags in einer Kinderkrippe zu arbeiten, bis 1992 die Plätze für Kinder und Betreuerinnen reduziert wurden. Mit dem ihr eigenen Ehrgeiz absolvierte sie eine erfolgreiche Umschulung zur Altenpflegerin, übte diesen Beruf dann über zwanzig Jahre in Göhren aus, ehe sie im Jahr 2017 in den Ruhestand ging.